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Studie: Einfluss von Therapiesohlen auf das neuro-muskuläre System

Ziel der Arbeit – Transversale Beobachtungsstudie
Ziel dieser Arbeit ist es, zu verifizieren, ob das neuromuskuläre System tatsächlich unterschiedlich auf generelle Interferenzen des Schuhwerks und auf „therapeutische“ Sohlen reagiert. Dr. Antonio Fimiani.
Material und Methode
Es wurden 100 Erwachsene (62 weibliche Personen, 38 männliche Personen) im Alter zwischen 18 und 72 Jahren (Durchschnittsalter: 38,7 Jahre) bei der ersten posturalen Untersuchung getestet.
Dabei kamen verschiedene auf dem Markt erhältliche „therapeutische“ Sohlen zum Einsatz:
1) Biomechanische propriozeptive Sohlen nach Fusco
2) Galvanische Sohlen nach Bricot
3) Magnetische Neuromodulatoren nach Marignan
4) Biotonix, biofotonische Platte im InfrarotbereichZur Kontrolle wurden bei derselben Testgruppe auf dem Markt erhältliche gängige Silikon-Sohlen verwendet sowie die galvanischen Sohlen ohne Resonator.
Ergebnisse
1) Die Analyse ergab, dass im Kontrolltest die Silikon-Sohlen und die
galvanischen Sohlen ohne Resonator bereits eine Destabilisierung der posturalen Strategie hervorrufen.2) Die durchgeführten Tests mit den verschiedenen sogenannten „therapeutischen“ Sohlen ergaben, dass diese sich genauso verhalten wie die Silikon-Sohlen.
3) Dies zeigt, dass der Resonator der Sohlen von Bricot auf die Strategie des posturalen Systems einwirkt, anders als die anderen Stimuli, die mit der einfachen biomechanischen Stimulation deckungsgleich sind.
Schlussfolgerungen
1) Jede Stimulation der Fußsohle führt zu einer Destabilisierung des posturalen Systems (Fläche).
2) Dies führt zu einer neuen Ausgleichsposition, wobei das Becken als Stabilisator wirkt.
3) Allein die mechanische Stimulation führt zu einer Veränderung des Wadentonus.
4) Die Stimulation mit dem Resonator nach Bricot verursacht die stärkste
Reaktion. Sie ist die einzige, die die Symmetrie des muskulären Tonus
beeinflusst und den Wadentonus deutlich reduziert. -
Dentrade – RehaBite: Therapie bei Kieferbeschwerden

Die Produkte der Firma Dentrade
Die Firma Dentrade GmbH & Co KG. Ist Händler und Hersteller für u.a.
den Aqualizer, den RehaBite, den RehaSpint und den Spoony Gloss.1988 wurde die Firma von Peter Bausch in Köln gegründet. 1989 lernte Herr Bausch den Entwickler des Aqualizer Prof. Dr. Martin Lermann während einer Ausstellung der Dentalindustrie in Chicago kennen.
Sie erkannten schnell, dass sie die perfekten Geschäftspartner für eine Expansion des Aqualizer in Deutschland darstellen.
RehaBite – Physio-therapeutisches Heimübungsgerät
Der RehaBite ist für Patienten mit anhaltenden akuten Beschwerden, Verspannungen und Schmerzen der Kiefermuskulatur geeignet.
Es ist ein Trainingsgerät, das eine elastische Beißgabel besitzt und auf die kraftkontrolliert drauf gebissen werden muss.
Diese Beißgabel ist mit Glycerin gefüllt und sie veranlasst eine gleichmäßige Kaudruckverteilung (rechtsseitige und linksseitige Kaumuskulatur – hydrostatischen System), um schmerzhafte Schonhaltungen aufzulösen.
▶ Vergleichbar mit dem Balancieren auf einer Wippe.
Therapeutischer Effekt & Ziel
1) Koordinatives Training: Kombiniert wird der RehaBite mit Heimübungen d.h., Die Rehabilitation umfasst die aktive Mitarbeit des Patienten.
Die Übungen müssen dreimal am Tag im Abstand von vier bis fünf Stunden wiederholt werden und dauern jeweils ca. 5 Minuten.
2) Postisometrische Relaxation: D.h., Nach dem Aufbeißen erfolgt erst die Entspannung und dann die Dehnung der Muskulatur.
3) Biofeedback: Durch das im RehaBite integrierte Finger-Feedback erfolgt die Wahrnehmung der Muskelfunktion.
4) Erste Ergebnisse: Verbesserungen treten bereits nach zwei Wochen auf.
▶ So wird keine Medikation benötigt.
http://www.rehabite.de/heimuebungen
Wichtig zu wissen
1) Verständnis über die Neuromuskulatur: Müdigkeit und Überlastung des Muskels führen zu Verkrampfungen.
2) Kenntnisse über die Schmerzadaptationen: Das sensomotorische System, was verantwortlich für alle Bewegungen ist, reagiert auf Gewebe-Schädigungen mit einer Anpassung, d.h., mit der Änderung der motorischen Programme, um verletzte Regionen zu entlasten.
2019 Studie: Wirksamkeit RehaBite vs. Michigan-Schiene bei MAP
Formen von CMD Beschwerden:
1) Myofaszial (Muskeln/Faszien)/ Myoarthropathie (MAP) (Kiefergelenk/ Muskulatur) ca. 75%
2) Arthralgie (Gelenk-Entzündung): 25%
3) Myofaszialer Schmerz & Arthralgie (15%)Ziel der Studie
Ziel der randomisierten klinischen Studie war es, bei Patienten mit schmerzhafter Myoarthropathie (MAP) eine konventionelle Okklusionsschienentherapie und ein physiotherapeutisches Heimübungsprogramm mit Hilfe des Therapiegerätes RehaBite (Dentrade International e.K., Köln) miteinander zu vergleichen.
Die Studie umfasste 45 weibliche Patienten im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Es wurden 23 Patientinnen mit dem RehaBite behandelt und 22 Patientinnen mit einer Okklusionsschiene (Michigan). Der Therapiezeitraum war drei Monate.
Voraussetzungen für die Aufnahme in die Studie
Patientinnen mit funktionellem Schmerz, d.h., wenn körperliche Beschwerden bestehen, ohne dass eine körperliche Ursache wie beispielsweise eine Entzündung oder eine Verletzung besteht.
Ausschlusskriterien
- Patienten mit chronischen dysfunktionalen Schmerzen (Störungen der Schmerzverarbeitung im Gehirn, unspezifische Schmerzen)
- Gesichtsschmerzen dentaler, parodontaler, systemischer, traumatischer oder neuropathischer Art
- Schwangerschaft
- Herzschrittmacher
- durchgeführte Kiefergelenkoperationen
- Erkrankungen des Hals/Nasen/Ohrenbereichs
- Einnahme von Sedativa, Drogen- oder Alkoholmissbrauch
- MAP-Behandlung in den letzten vier Wochen
Ergebnisse
- Signifikante Schmerzreduktion in beiden Gruppen: RehaBite-Gruppe: 53 %/ Schienen-Gruppe um 40 %.
- Deutliche Reduktion der Druckschmerzhaftigkeit der Kaumuskulatur in beiden Gruppen.
- Vergrößerung (Mobilität des Kiefers) der Kieferöffnung in beiden Gruppen, allerdings deutlicher in der RehaBite-Gruppe.
- Bessere maximale Beißkraft beim RehaBite als bei der Okklusionsschiene.
- Bessere Benutzerfreundlichkeit/Akzeptanz bei der Okklusionsschiene
- Besserer Subjektiv empfundene Therapie-Effekt (selbst bewertet).
Schlussfolgerungen
1) Die größere (jedoch nicht signifikante) Schmerzreduktion in der RehaBite-Gruppe könnte damit erklärbar sein, dass die Kaumuskulatur schneller auf das sensomotorische Training anspricht, als auf die Schiene.
2) Aber! Die Okklusionsschiene erzielte in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit und den subjektiv empfundenen Therapie-Effekt eine bessere Akzeptanz als der RehaBite.
3) Aufgrund der ähnlichen therapeutischen Wirkung beider Therapiemittel, kann der RehaBite als eine Alternative oder Ergänzung zur Schiene für die nachhaltige Schmerzreduktion verwendet werden.
4) Da die Durchführung der Studie durch ein und dieselbe Zahnärztin erfolgte, stellt dies eine fehlende Verblindung dar. Ähnlich bei den Patienten, konnte aufgrund der eingesetzten Therapiegeräte eine objektive Kontrolle (RehaBite: tägliche Übungen) nicht stattfinden.
Vor- und Nachteile RehaBite
Vorteile
- Ermitteln einer Unterkiefer-Position, die frei von einer Zwangsführung ist.
- Muskulatur kann sich im vollem Umfang anpassen.
- Schmerzinduzierte Anpassungen der Muskulatur können sich auflösen.
- Plastizität der Neuromuskulatur bringt Veränderungen der muskulären Funktionsmuster, d.h., Strukturelle Veränderungen im Gehirn finden statt.
Nachteile
- Die therapeutische Wirkung des sensomotorischen aktiven Trainings scheint von den Patienten unterschätzt zu werden, weil es eine aktive Mitarbeit erfordert.
- Diese Wahrnehmung, etwas eigenständig verändern zu können, sollte in Zukunft mehr in den Fokus während der Therapie rücken.
Vor- und Nachteile Schiene
Vorteile
- Patienten bevorzugen, trotz der objektiv besseren Ergebnisse der Schmerzreduktion in der RehaBite-Gruppe, eine passive Therapieoption.
- Schutz der Zähne in der Nacht.
Nachteile
- Temporäre Veränderungen, aber auch Irreversible Veränderungen der Okklusion sind möglich.
- Abhängigkeit von der Schiene.
https://www.dentrade.com/produkte/rehabite/
Interview: Julia Bausch, Assistenz der Geschäftsleitung, Dentrade
1) Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schwere der strukturellen Abweichung (Kreuzbiss, Große sagittale Stufe: Abstand von den oberen zu den unteren Frontzähnen > 20 mm, Frontal offener Biss etc.) und dem Erfolg (Schmerzreduzierung) des RehaBite?
Antwort Frau Bausch: Natürlich! Mit der Schwere der Abweichung von der Norm ist immer eine größere Anstrengung auf Heilung oder auf Erfolg der Therapie verbunden.
Die Voraussetzung beim RehaBite ist ein Mundschluss und genügend antagonistische (Gegenzahn) Abstützung der Zähne.
2) Frage: Wieso wurden Betroffene mit Chronischen & Dysfunktionellen Schmerzen ausgeschlossen?
Antwort Frau Bausch: Sie wurden ausgeschlossen, um keine Verzerrung oder falsche Kausalitäten zu erhalten.
Da es generell eine Herausforderung ist, eine entsprechende Test-Gruppe zu finden, war die Absicht, die Vergleichsgruppen möglichst homogen zu halten, auch unter Berücksichtigung, da dies keine Langzeitstudie ist.
Der RehaBite kann bei chronischen Patienten durchaus helfen. Allerdings gehen wir, wie auch Dr. Schindler und Dr. Hellmann, nur auf persönliche Erfahrungen ein. Wir erfassen diese aber in keiner Statistik.
3) Wieso herrscht bei der Okklusionsschiene eine bessere Akzeptanz unter den Betroffenen als bei einer Therapie mit dem RehaBite?
Antwort Frau Bausch: Die Okklusionsschiene ist aufgrund ihrer Passivität deutlich verbreitet. Ich denke, dass kann man leider auf fast alle Lebensbereiche übertragen, wie gesunde Ernährung und ausreichend Sport anstelle einer Wunderdiät.
In der Studie haben zwei Testpersonen bereits zu Beginn, aufgrund zu wenig Nutzung, ihre Teilnahme beendet. Das ist auch der Trend und die Rückmeldung, die wir erhalten.
4) Wie beurteilen Sie den langfristigen Erfolg des RehaBite?
Die meisten Patienten, die wirklich vom RehaBite überzeugt sind, haben schon sehr viele Alternativen probiert, da man die Übungen mindestens 1x am Tag so lange machen soll, bis der Schmerz spürbar nachlässt.
Da CMD viele Faktoren hat, ist eine dauerhafte Nutzung sinnvoll. Pauschal kann man hier keine Zeitangabe machen. Aber besonders in einer stressintensiven Zeit sollte man den RehaBite nutzen, da viele Patienten sonst wieder adaptieren.
RehaSplint – Temporäre Aufbissschiene zur akuten Entspannung der Muskulatur

1) Initiale Schienentherapie
Der RehaSplint ist eine sofort anwendbare Aufbissschiene zum Schutz der Zähne. Bei Patienten, die typische Merkmale wie z.B. Zungeneinbisse oder auch Läsionen an den Wangen aufweisen, ist eine solche temporäre Schiene empfehlenswert.
Auch bei Patienten die über typische Symptome einer CMD/MAP wie z.B. Kopfschmerzen, Kiefergelenksschmerzen etc. berichten, kann der RehaSplint sowohl als Erstversorgung hilfreich sein, aber auch als Einstieg in die weitere Schienentherapie genutzt werden.
Leidet der Patient an typischen Symptomen einer CMD/MAP, kann man den RehaSplint als initiales Diagnostikum und als Einstieg in die weitere Schienentherapie verwenden.
2) Die neuromuskuläre entspannte Position des Unterkiefers
Der RehaSplint hat weiche Bisspolster, die störende Frühkontakte kompensieren, d.h., der Unterkiefer kann sich somit frei bewegen. Dadurch lösen sich Schonhaltungen auf und der Patient nimmt eine beschwerdefreie neuromuskuläre Position ein.
3) RehaSplint als Diagnostikum
Verspürt der Patient eine deutliche Linderung seiner Beschwerden nach einem kurzzeitigen Tragen des RehaSplint (24 h), so kann man in der Regel von einer neuromuskulären Ursache ausgehen.
Wenn keine deutliche Linderung der Beschwerden eintritt, sind die neuromuskulären Beschwerden wahrscheinlich durch andere Ursachen überlagert.
Das könnte z.B. eine Verlagerung des Diskus oder auch eine Entzündung der Gelenkkapsel sein. D.h., Bevor der RehaSplint eingesetzt wird, sollte erst eine umfassende Diagnose mit anderen Techniken oder diagnosespezifischen Instrumenten vorgenommen werden.
Sind Verbesserungen festzustellen, kann der Patient den RehaSplint als temporäre Schiene über einen Zeitraum von (2-4 Wochen) bis zur Anfertigung seiner individuellen Okklusionsschiene tragen.
https://www.dentrade.com/produkte/rehasplint/
Aqualizer: CMD Selbsthilfe

Der Aqualizer ist eine temporäre Einweg-Diagnoseschiene, die zur Linderung, Diagnose und Behandlung von CMD eingesetzt wird. Das Wasser im Aqualizer gleicht die Okklusion des Patienten aus und verschafft ihm, in den meisten Fällen, schnelle Linderung und Entspannung.
Im Gegensatz zu angepassten, harten Knirschschienen wird der Aqualizer nicht individuell angefertigt, sondern in verschiedenen Modellen mit unterschiedlichen Wasserfüllmengen für Kinder und Erwachsene angeboten.
Aber was ist der Unterschied zum RehaSplint?
Der Aqualizer (hydrostatische Schiene) ist mit einer Flüssigkeit befüllt, die den Kiefer ausbalancieren soll. Der RehaSplint ist eine weichere Schiene zur Erstversorgung bei CMD Beschwerden.
Ob sich die Muskulatur besser auf einem Aqualizer entspannt oder auf einem RehaSplint wird aktuell untersucht. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft, führender CMD Ärzte und aktuellen Studien, haben hydrostatische Schienen keine signifikant andere Wirkung im Vergleich zu herkömmlichen Schienen, wie z.B. dem RehaSplint.
Der wesentliche Unterschied zum Aqualizer ist der deutlich verbesserte Tragekomfort, da der RehaSplint keine scharfen Kanten oder Ecken hat. Weil er sehr weich ist, kann er auch länger getragen werden.
Spoony Gloss – Therapie bei myo-funktionellen Schluck-beschwerden

Die Schiene trainiert gezielt die beim Schlucken beteiligten Muskeln der Gesichts- und Zungenmuskulatur. Der Spoony Gloss funktioniert so, dass die Zunge beim Schlucken automatisch gegen den Gaumen geführt wird.
So kommt es zu einem Trainingseffekt, das „Richtige Schlucken“ kognitiv zu erlernen.
Der Spoony behandelt dieses Problem und wird von vielen Kindern verwendet, da das Material weich ist und eine viel bessere Alternative zum Daumen lutschen oder Schnuller sein kann.
▶ Anmerkung meiner MFT Therapeutin:
1) Vermutlich ist beim Spoony der Lippenschluss nicht ganz gewährleistet, der aber zwingend vorliegen muss vor der Behandlung.
2) Außerdem darf beim Tragen kein Fremdkörper zwischen Unter- und Ober-Lippe bestehen, da er sonst schnell in der Ecke landet.
https://www.dentrade.com/produkte/Spoony GlossMeine Erfahrung mit dem RehaBite und dem RehaSplint
Freundlicherweise hat mir die Firma Dentrade verschiedene Produkte kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Auch meiner Freundin habe ich die Produkte mitgegeben.
RehaSplint
Ich:
- Was mir sofort nach einer Weile aufgefallen ist, war, dass sich meine Kaumuskulatur tatsächlich langsam entspannt hat. Es vibrierte leicht.
- Eingesetzt habe ich sie abends beim TV-Schauen, vor dem Schlafen.
- Ich habe die Schiene über Nacht drin gehabt, ohne Probleme.
Meine Freundin:
- Leider hat meine Freundin das Problem, dass sobald sie was in den Mund steckt, sie einen Würgereflex bekommt.
- Das traf leiter bei den Splints zu.
RehaBite
Ich:
- Ich habe den RehaBite auspropiert mit dem Ziel der Muskel-Entspannung und nicht der Muskel-Kräftigung.
- D.h. ich habe ihn auf sehr leicht eingestellt und nach dem Prinzip: „Anspannen/Lockern/Anspannen/Lockern“ genutzt.
- Anders gesagt, funktioniert das RehaBite-Prinzip wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
- Das bedeutet: dauerhaft dranbleiben.
Meine Freundin:
- Leider hatte sie wieder einen Würgereflex.
Fazit:
▶ CMD-Behandlungen in Deutschland: Deutschland hat leider kein großes Interesse, was die Bedeutung von CMD und einer richtigen Zungenruhelage angeht.
Die meisten Studien und Forschungen kommen aus den Niederlanden und Frankreich. Die Zungenlage, richtiges Schlucken und somit die myofunktionelle Störung haben aber einen sehr großen Einfluss auf die Zahngesundheit.
▶ Studie im Magazin: Bulletin of Medical and Biological Research: Cerebral circulation improvement method using boxing and orthodontic mouthguards:
Mit Hilfe von kieferorthopädischen Schienen und Hilfsmitteln, die zu einer Entspannung der Ober- und Unterkiefermuskulatur führen und einer richtigen Einstellung der Bisshöhe, wurde eine bessere Blutversorgung benachbarter anatomischer Strukturen und des Gehirns beobachtet.
Eine verbesserte Blutversorgung der Strukturen des Zentralnervensystems trägt nämlich zur schnellen und vollständigen Wiederherstellung von verloren gegangenen Funktionen wie Sprache, Sensibilität und Koordination von Bewegungen bei.
2019 Studie: Wirksamkeit RehaBite vs. Michigan-Schiene bei MAP, Aqualizer: CMD Selbsthilfe, Assistenz der Geschäftsleitung, Dentrade, Interview: Julia Bausch, Physio-therapeutisches Heimübungsgerät, RehaBite, RehaSplint – Temporäre Aufbissschiene zur akuten Entspannung der Muskulatur, Spoony Gloss – Therapie bei myo-funktionellen Schluck-beschwerden, Therapeutischer Effekt & Ziel -
Links
1) HiToP® PNP (Polyneuropathie)

Was ist HiToP?
Die Hochtontherapie ist eine Weiterentwicklung der TENS (Elektrotherapie), die mit sehr hochfrequenten Schwingungen arbeitet und bereits in klinischen Studien mit positiver Beurteilung erprobt wurde.
Anwendung bei Polyneuropathie
Bei einer Polyneuropathie sind die Nervenbahnen aus unterschiedlichen Gründen geschädigt. Nervenimpulse werden dadurch nicht mehr oder nur noch zum Teil weitergeleitet und es kommt zu Nervenschmerzen. Die Symptome können Gefühlsstörungen in Füßen, Beinen oder Händen sein.
Das HiToP® PNP ist ein innovatives Heimgerät zur Anwendung bei Nervenschmerzen wie Kribbeln, Brennen und tauben Füßen.
https://hitop-therapie.de/hitop-pnp
Weitere Informationen folgen …
2) Berberin

Dem pflanzlichen Wirkstoff Berberin werden interessante Eigenschaften nachgesagt: Es habe positiven Einfluss auf den Blutzucker, die Fettwerte und den Cholesterinspiegel und könne so beim Abnehmen helfen.
Zudem soll es den Blutdruck senken und vor Herzkreislauf-Erkrankungen schützen.
Meine Erfahrung mit Berberin
Bei mir habe ich festgestellt, dass sich mein Heißhunger auf Süßigkeiten gelegt hat. Ich kann jetzt aufhören, alles in mich hineinzustopfen. Außerdem hat es mir bei einer Brustentzündung geholfen, die dann nach ein paar Wochen weg war.
https://www.berberin.deWeitere Informationen folgen …
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News von mir
2023
Ja … letztes Jahr ging bei mir einiges drunter und drüber. Ich war sehr abgelenkt und aufgedreht, sodass ich eigentlich keine Konzentration mehr aufbringen konnte, um hier an meinem Blog weiter zu arbeiten.
2024/01-02
Im Januar habe ich dann ein neues Projekt angefangen: Bio-energetische Massagen bzw. Fohow Massagen mit elektrischem Strom, die ich mit einer Partnerin anbiete.
Diese spezielle Massageform ist ein Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin, um Verspannungen zu behandeln und die Meridiane wieder frei von Blockaden zu bekommen.
2024/März
Jetzt bin ich wieder klar im Kopf und arbeite alles durch, was ich letztes Jahr angefangen habe. Insbesondere die Gespräche mit diversen Firmen möchte ich hier vorstellen….
1) DROS-Therapie: Besuch in München und Gespräch mit Franz Weiß, Geschäftsführer Lizenzlabor König & Weiß Dentaltechnik und der GZFA® GmbH in München.
2) RehaBite: Austausch mit Julia Bausch, Assistenz der Geschäftsleitung, Dentrade GmbH in Köln.
3) RelaxBogen: Gespräch mit Christoph Seidenstücker, Geschäftsführer Relaxbogen GmbH.
4) Dir-System: Gespräch mit Zahntechnikermeister Wolfgang Arnold, Geschäftsführer.
2024/August
Im Sommer bin ich meine eigenen Themen endlich aus der Vergangenheit angegangen, die ich verdrängt oder als nicht wichtig gesehen habe, weil ich zu wissenschaftlich/körperlastig an die Symptome rangegangen bin.
2024/November
Meine neuen Interessensgebiete sind das Neuro-Coaching bei chronischen Schmerzen. Darüber habe ich im Beitrag Schmerzgedächtnis und Neurologie geschrieben. Dort habe ich Informationen von Raffaello vorgestellt, der auf Facebook ein Schmerz-Programm bei chronischen Schmerzen anbietet.
Die zwei Firmen, die ich bei meiner weiteren Recherche zum Thema Neuro-Training/Coaching gefunden habe sind:
1) Deutsche Neuro-Akademie – Lisa & Andreas Könings
Beitrag: Neuroathletik Training – Funktionelle Neurologie und das Nervensystem
https://neuroathletik-training.de
(Seminar: Neuro-Basic Trainer belegt)2) Skelata – Die Schmerzmeisterei – Nina Olsson & Michael Weber
Beitrag: Skelata – Chronische Rückenleiden & das Schmerzgedächtnis
https://skelata.de
(Patientenseminar: Rückenkurs belegt)2025/07
Ich habe mittlerweile 3 E-Mails von Euch aus 2023, 2024 gefunden, die total untergegangen sind. Deswegen habe ich jetzt beschlossen, ein kleines Lebenszeichen und Update von mir zu geben. Tut mir echt leid!!!
Folgendes hat sich in meinem Leben verändert:
- mein Beziehungsstatus hat sich geändert,
- ich muss in eine neue Wohnung umziehen,
- ich habe mich beruflich weiter entwickelt,
▶ Und ich muss sagen, mir geht es gut dabei.
Diese Themen werde ich noch genauer vorstellen:
▶ Ganzheitliche Therapie-Ansätze bei CMD:
Kieferwissen.de, Mybodymind.de
(Webinare angeschaut) -
Die Zukunft und Grenzen der CMD-Therapie

Milton Arias Fotografie 56. Jahrestagung der DGFDT (Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie): Zukunft der Okklusions-Schienen
Es wurden verschiedene Schienen-Arten mit Indikationen, Hinweisen zur praktischen Umsetzung, Nutzung inklusive Tipps zum Trageverhalten und Nachsorge-Empfehlungen vorgestellt.
Planung – Digitalisierung – Folgebehandlungen
Andreas Kunz betonte die Notwendigkeit einer präzisen Planung, um im Team Zahntechniker/Zahnarzt/Chirurg, ein Implantat-prophetisches Ergebnis nahe dem natürlichen Vorbild zu erreichen.
Drei Referenten konnten anschaulich die Möglichkeiten und Vorteile der Digitalisierung im Okklusions-Schienen-Zusammenhang darstellen.
Dr. Oliver Ahlers zeigte, dass nach erfolgreicher CMD-Behandlung mit reversiblen Behandlungsmitteln nicht immer zahnärztlich-restaurative, Kieferorthopädisch oder Kieferchirurgisch-ausgerichtete Folge-Behandlungen als dauerhaftes Behandlungskonzept notwendig sind.
Aufwand & Nutzen-Verhältnis
Sollte nach einer Funktion-Therapie:
- keine gleichmäßige Okklusale Abstützung bestehen,
- eine für den Betroffenen nicht tolerierbare Situation entstanden sein,
- eine Dauerschiene nicht infrage kommen oder ohnehin
- ein Rekonstruktion-Bedarf bestehen,
ist das Aufwand-Nutzen-Verhältnis auf Grundlage einer gerichteten Diagnostik kritisch zu hinterfragen.
Schlafapnoe & entzündungshemmende Medikamente
Mit der quantitativen Erfassung schlafbezogener Atmungsstörungen (Schlafapnoe) bei Patienten mit ausgeprägten Kiefer-Fehlstellungen beschäftigte sich eine interdisziplinäre Pilot-Studie von Dr. Bernhard Wichens.
Priv.-Doz. Dr. Oliver Schierz gab einen Einblick in die Umsetzung und Bewertung einer nicht interventionellen Beobachtung-Studie zur Wirkung eines analgetisch und entzündungshemmenden Medikaments zur Behandlung von Kiefer-Gelenkschmerzen.
Warum wirken Schienen?
Mit den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung referierte der 2. Hauptredner Dr. Daniel Hellmann. Er startete mit der Frage: „Warum wirken Schienen?“
Nach Beleuchtung okklusaler, inter- und intramuskulärer und arthrogener Effektoren und Zusammenhänge bei der Eu- und Dysfunktion des Craniomandibulären Systems, inklusive von Einblicken in neuronale Verschaltungsmuster, wurde festgestellt, dass keine generellen Zusammenhänge zwischen okklusogener Abweichung von der Norm und der Entstehung von CMD Beschwerden bestünden.
Als Beeinflusser zentraler und peripherer Funktions-Muster und biomechanischer Parameter sollen Okklusions-Schienen wie ein Medikament dosiert und gerichtet zum Einsatz kommen.Bruxismus – Vagus-Nerv-Stimulation – Tinnitus – Psyche
Ina Feurer stellte klar, dass es physiotherapeutisch nicht möglich sei, Bruxismus zu behandeln. Man könne lediglich mit speziellen Loslass-Übungen symptomatisch vorgehen.
Dr. Lea Sofia Prott berichtete über interessante Ergebnisse einer Pilot Studie zur nichtinvasiven transkutanen Vagusnervstimulation per Ohr-Elektrode bei chronischen CMD-Symptomen.
Nach einem Update über den Zusammenhang von CMD und Tinnitus mit Vorstellung der aktuellen Studienlage durch Dr. Johann Wolf, stellte Max Carius auf Basis der Auswertung von Daten der c klar, das Zeichen von Depression und Angststörungen in signifikant erhöhtes Risiko von selbst-beobachteten Bruxismus darstellen.
Phase 1/Phase 2-Schienen – Restaurierung – Behandlungserfolge
Dr. Hans Joachim Roos stellte das Konzept einer zweiphasigen Okklusions-Schiene vor, die im Behandlungsablauf zunächst als Reflex- und anschließend als adjustierte Relaxierungs-Schiene zum Einsatz kommt.
Den dritten Hauptvertrag steuerte Dr. Dieter Reusch bei. Er erläuterte sein Konzept zur funktionellen Restaurierung komplexer Fälle mit vielen Hinweisen zum praktischen Vorgehen in Bezug auf die Herstellung und den Einsatz von Okklusions-Schienen vor prophetischer Versorgung.
Klare Ablauf- und Entscheidungsschemata stellen aus seiner Sicht wesentliche Bausteine bei der Versorgung, insbesondere aufwändiger Behandlungsfälle dar.Auch sei gerade bei der Nutzung digitaler Diagnosen und Arbeitsmittel ein Grundverständnis der analogen Abläufe essentiell für einen guten Behandlungserfolg.
https://www.dgfdt.de/aktuelle-jahrestagung2023
Alles über Okklusions-Schienen zur CMD-Behandlung
Unter Federführung der DGFDT und der DGZMK wurde die neue S2k-Leitlinie „Okklusions-Schienen zur Behandlung Craniomandibulärer Dysfunktionen und zur präprothetischen Therapie“ erstellt.
https://www.zm-online.de/news/detail/neue-leitlinie-okklusionsschienen-zur-cmd-behandlung
Grenzen bei der Therapie der Craniomandibulären Dysfunktion
Obwohl es heute viele Positiv-Beispiele gibt, therapieren heute die meisten niedergelassenen Ärzte diese Erkrankung nicht immer ohne negative Folgen für beide Seiten.
Für den einen oder anderen entwickelt sich diese „harmlose“ Therapie zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Patienten mit abschließendem Fiasko. Zur Risikominimierung ist eine genaue Abgrenzung der Behandlungsnotwendigkeit und –möglichkeiten notwendig.
Falls z.B. eine Schiene schlecht geplant und unbedacht eingesetzt wird, dient sie häufig zumindest dem Schutz der Zahnsubstanz und der Restauration, aber nicht der Entlastung des Kiefergelenks und der muskulären Strukturen. Sie beseitigt deshalb auch nicht die Beschwerden. Die Probleme persistieren oder verstärken sich.
Welche Rolle die Okklusion in diesem Geschehen spielt, ist vielfach diskutiert, und es gibt darüber ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen, die vorhandene oder auch fehlende Zusammenhänge aufzeigen. Als ätiologischer Hauptfaktor für Bruxismus wird sie ausgeschlossen.
Eine Korrelation zwischen Okklusions-Fehlern und entsprechendem myofaszialem Schmerz ist bei der Mehrzahl der Patienten gegeben, wenn nicht, spielen andere Faktoren eine Rolle, die die Wirksamkeit einer Schienen-Therapie infrage stellen.
Es sind somatische von psychosozialen Diagnosen zu differenzieren, dazu dient auch die Abfrage vegetativer Stresszeichen wie Herzrasen, Kreislaufdysregulationen und starkes Schwitzen.
Ursachen können auch in anderen Biologischen Bereichen liegen wie:
- Schlafmangel
- Augen (Sehsinn), Hörsinn (Gleichgewichtsorgan)
- Hormon-System & Stoffwechsel
- Darmgesundheit & Immunsystem
- Ernährung & Bewegungsmangel
- Chronische Entzündungen
Diagnostik der CMD
Zur Abgrenzung somatischer Erkrankungen ist das RDC/TMD-Diagnose-System bei CMD geeignet:
▶ ACHSE I: Somatische Diagnosen
▶ ACHSE II: Schmerzbezogene psychosoziale Diagnostik
Liegen somatoforme Schmerzstörungen vor, sind psychosoziale Einflussfaktoren bei etwa 80 % der Erkrankten relevant.
Chronischer Schmerz
Einige Hinweise auf eine Chronifizierung des Schmerzgeschehens können die Fixierung auf den Schmerz, viele erfolglose Therapieversuche und das Vorhandensein mehrerer Schmerzorte sein.
Okklusale Dysästhesie – Phantombiss
Zu den nicht schmerzhaften Funktionsstörungen innerhalb der somatoformen Erkrankungen zählt der Phantombiss (okklusale Dysästhesie), der auch CMD-Symptome aufweisen kann.
Laut S1-Leitlinie DGFDT Okklusale Dysästhesie: „Die okklusale Dysästhesie (OD) ist ein Beschwerdebild, bei dem:
- Zahnkontakte, die klinisch weder als Fehlkontakte objektivierbar sind,
- noch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen,
- und länger als sechs Monate als störend empfunden werden.“
▶ Hier stören den Patienten nicht objektivierbar nachvollziehbare Okklusions-Kontakte, die für körperliche Beschwerden verantwortlich gemacht werden.
▶ Die Beseitigung der störenden Kontakte erzielt jedoch keine Änderung der Schmerzproblematik.
https://register.awmf.org/assets/guidelines/083-037l_S1_Okklusale-Dysaesthesie–Diagnostik-Management_2025-03.pdfAlternative Behandlungsmethoden
Zur Schmerzbeseitigung ist eine gesunde Ernährung und eine positive Lebensführung förderlich. Ein Verzicht auf übermäßigen Fleischgenuss und Kohlenhydrate wirkt bei den Schmerzen unterstützend.
Zur Senkung des Muskeltonus und zur Vorbeugung übersäuerter Muskulatur und die daraus entstehenden Entzündungen ist ein moderates, regelmäßiges körperliches Training empfehlenswert.
Ein ausreichendes Stressmanagement mit Entspannungstechniken und bestimmten Methoden der Körperarbeit, Wärmeanwendungen, Atemtraining und Biofeedback ist unabdingbar.
Bei neuralgischen Beschwerden haben sich Carbamazepine, wie z. B. Tegretol, bewährt. Zur Entspannung der Kaumuskulatur kann neben Physiotherapie und Lymphdrainage auch die Anwendung eines TENS-Gerätes Erleichterung bringen.
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Zahn- und Kiefer-Fehlstellungen und die psychische Gesundheit

Depression als Auslöser der CMD
Eine Depression kann, ist aber nicht immer ursächlich für die CMD-Beschwerden, auch wenn die Psychiater und manche Zahnärzte diese Meinung vertreten.
Liegt ein psychisches Leiden vor, verstärkt es die Symptome und bringt eine latente CMD verstärkt erst ans Licht.
Eine Reaktive Depression beispielsweise tritt auf wegen der CMD-Beschwerden – die Veranlagung zu psychischem Leid liegt aber vor.
Anders betrachtet, muss eine Kieferanomalie nicht unbedingt bei einem gesunden Menschen Probleme machen.
Kranker Biss & CMD mal andersrum?
Oben haben wir schon kennengelernt, was passiert, wenn der CMD Psychologische Probleme (Depression, Ängste und Burnout) vorausgehen. Es geht aber auch andersrum.
Wer zuerst mit der CMD zu kämpfen hat, kann daraus auch eine Depression, Ängste und Burnout entwickeln. Allerdings hat das schon mit einer gewissen Stress-Belastung im Alltag zu tun.
Bei etwa 20 % der Betroffenen resultiert eine CMD aufgrund der schlechten Gebiss-Situation (z.B. Kiefer-Fehlstellungen/Dysgnathien z.B. Progenie).Operation oder Körperarbeit?
Damit eine CMD hier richtig behandelt werden kann, ist bei Kiefer-Fehlstellungen eine Operation ein Weg, wieder Ruhe ins System zu bringen. Allerdings muss das jeder für sich entscheiden, da es auch einige Risiken bei einer OP gibt und Langzeitstudien nicht vorliegen.
Eine Alternative zur OP ist z.B. Körperarbeit (Feldenkrais, Thomas Hanna, Rolfing), weil so der gesamte Körper wieder in die Balance kommt.Wer es sich zutraut, so intensiv mit dem eigenen Körper zu arbeiten, kann es eventuell schaffen, die Muskulatur wieder so zu programmieren, dass die Kompensation wieder greift.
Fazit:
▶ Als Erstes ist es immer wichtig, die Auslöser der CMD-Probleme zu finden. Es macht keinen Sinn, voreilig mit irgendwelchen Therapien anzufangen.
▶ Erst mal muss das Stress-Niveau gesenkt werden.
▶ Vor allem Kieferorthopädie oder Chirurgie sind irreversibel und können einen großen Schaden anrichten.
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Vegetatives Nervensystem: Sympathikus und Parasympathikus: CMD verstehen

Sympathikus und Parasympathikus
Störungen des Craniomandibulären Systems werden nicht nur über Fehler auf den Kauflächen der Zähne ausgelöst, auch emotionale Faktoren, wie z.B. Stress sind Auslöser einer CMD und wirken auf das zentrale Nervensystem (Gehirn) sowie auf das vegetative Nervensystem.
Interview mit dem Psychiater:
Dr. Staab1) Frage: Wie würden Sie die Ursachen von einer CMD aus Ihrer Sicht erklären?
Antwort: Dr. Staab: Die Entstehung einer CMD hat zwei Ursachen, zum einen einen psychologischen und zum anderen einen muskulären Auslöser.
a) Psyche: Der akute oder schon chronische Stress durch Überarbeitung oder Kummer hat so zugenommen, dass das ganze System Körper rebelliert und eine Stressantwort (CMD) hervorkommt. Ist der akute Schmerz nur temporär, kann eine CMD wieder verschwinden. Wird sie jedoch chronisch und der Patient entwickelt dazu noch eine Depression, manifestiert sich die CMD auch im Körper.
b) Muskuläre Komponente: Die Muskulatur hat verlernt, sich wieder im Ruhezustand zu entspannen. Vor allem nachts schafft der Körper es nicht mehr, die Muskeln zu relaxieren.
Als erste Hilfe bietet sich eine psychologische Gesprächstherapie und die Gabe von Magnesium an.
2) Frage: Haben Sie außer mir auch weitere CMD-Fälle bei sich in der Praxis?
Antwort: Dr. Staab: Viele Patienten kommen neben ihren psychischen Problemen auch wegen CMD-Beschwerden zu mir. Aus meiner Sicht korreliert eine CMD ganz eng mit der Psyche. Viele nutzten Aufbiss-Schienen, die eigentlich nicht viel bringen.
3) Frage: Wie gut konnten Sie ihren Patienten helfen?
Antwort: Dr. Staab: In der Medikamentösen Therapie gibt es oft ein Auf und Ab. Das hängt immer damit zusammen, welche Medikamente wir ausprobieren. Früher wurden ganz oft Muskelrelaxanzien verschrieben, die den Muskeltonus senken. Aber von diesem Ansatz ist man wieder weggekommen, weil man Muskelrelaxanzien nur begrenzt nehmen darf. Und außerdem führen sie zu einer Art Abhängigkeit.
Heute werden Medikamente auch nach dem Off-Label-Use verschrieben. Das bedeutet, dass ein Medikament eigentlich für eine andere Erkrankung zugelassen ist, aber es trotzdem für die CMD verwendet wird.
Z.B. Lyrica ist ein entspannendes Medikament, dass primär für die generalisierte Angststörung verabreicht wird. Da es aber entspannend wirkt, kann man es auch für CMD-Beschwerden verwenden.
Im Ganzen kann ich meinen Patienten gut helfen, sodass die CMD-Beschwerden sich bessern. Aktuell wird zur Muskelentspannung Ortoton verschrieben. Das ist ein Wirkstoff, der für die Muskelentspannung genutzt wird, der aber kein Schmerzmittel ist. Es wird empfohlen, ihn nicht länger als 30 Tage einzunehmen.
4) Frage: Was läuft schief im Gehirn von CMD-geplagten Betroffenen?
Antwort: Dr. Staab: Bei einer CMD spielen insbesondere der Sympathikus und der Parasympathikus eine große Rolle. Sie sind Teil des Vegetativen Nervensystems. Das vegetative Nervensystem ist ein autonomes Nervensystem und ist somit in der Lage, unseren Körper ohne bewusste Steuerung vom Gehirn unterschiedlichen Lebenslagen anzupassen.
Funktionell gesehen sind sie Gegenspieler: Während der Sympathikus den Organismus auf eine Aktivitätssteigerung („fight or flight“) einstellt, überwiegt der Parasympathikus in Ruhe- und Regenerationsphasen („rest and digest“) – vor allem nachts.
Der überhöhte Sympathikus wird hier ausgelöst durch große Anstrengung, emotionalen Stress oder starke Schmerzen. Die großen Muskeln stecken das mehr oder weniger gut weg, aber der Masseter (Kaumuskel) wird hier nachts, getrieben durch einen überhöhten Sympathikus, auf Hochspannung gesetzt. So kommt es zu den nächtlichen CMD-Beschwerden wie Zähneknirschen, Pressen, Kopfschmerzen am Morgen etc.
Weiter in der Diskussion steht das Serotonin-Transporter-Gen. Hiervon gibt es zwei Varianten. Das eine steht für die schlechte Anpassungsfähigkeit bei Stress und das andere für die Stressfreiheit bei großem Druck. Es kommt immer auf die Lebens-Situation an, welches Gen bei emotionalem Druck aktiviert wird. Das Stress-Gen kann, aber muss nicht aktiviert werden.
Wenn beispielsweise ein Manager das Gen für eine schlechte Anpassungsfähigkeit bei Stress hat, er aber sich nicht so viel aus dem Druck macht, kann es hier sein, dass das Gen gar nicht aktiviert wird.
Therapie-Optionen
Was in erster Linie ganz gut helfen kann, um den Stress wieder zu minimieren und den Parasympathikus zu aktivieren sind Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Atemtechniken, Selbsthypnose, Meditation, Yoga oder Feldenkrais.
Vielen Dank für das Gespräch!
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Hypnose zur Schmerzlinderung bei CMD

Interview mit Dipl.-Ing. Christina Seidel
Expertin für Hypnose & Persönlichkeitsentwicklung
Der Einsatz von Hypnose bei chronischen Schmerzen
Es ist schon eine Weile her, dass ich die Hypno-Therapie ausprobiert habe. Damals hatte ich so nach der zweiten Schwangerschaft ein richtiges Down. Meine Hausärztin hat mir dann die Hypnose empfohlen, als Mittel, um wieder aus dem Loch zu kommen.
Ich hatte dann so etwa 5 Sitzungen, die jeweils mit einem Vorgespräch, mit der Hypnose selbst und ein abschließendes Gespräch beinhalteten. Es ging mir damals wirklich viel besser nach der Therapie. Zuhause machte ich mit CD’s von ihr Selbsthypnose weiter. So konnte ich mich auch aktiv in den Prozess mit einbringen.
Schon seit längerem bin ich auf Dipl. Ing. Christina Seidel, Expertin für HypnoseCoaching & Persönlichkeitsentwicklung gestoßen. Sie arbeitet in Berlin, Leipzig, im Fichtelgebirge und online.Sie hat mich mit ihrem Auftritt bei Instagram überzeugt und ich wollte unbedingt ein Interview mit ihr führen, über den Einsatz von Hypnose zur Linderung von chronischen Schmerzen bei CMD.
Hier das Interview
1) Wie bist du eigentlich zur Hypnose gekommen?
Antwort: Christina: Seit 2013 coache, berate und begleite ich Menschen privat und im Unternehmen mit Erfolgs-Konzepten. Nach einem mir Augen öffnenden Ereignis kam der Wendepunkt! Ich hatte doch alles, aber warum fühlte ich mich innerlich leer und unglücklich?
Mein Körper reagierte mit immer häufiger werdenden Hautausschlägen – doch trotz medizinischer Untersuchungen und Forschung, blieb die Ursachenfindung erfolglos. Sollte ich mich etwa damit abfinden? Ich wusste, ich musste etwas verändern…
Durch die Arbeit mit dem Unterbewusstsein entdeckte ich, all das zu erkennen, was mich be- und überlastet hatte. Ich lernte die Signale meines Körpers zu achten, zu lesen und zu verstehen.
Ich habe Hypnose selbst erlebt. Durch dieses unglaublich befreiende Erlebnis entflammte meine Begeisterung für diese Arbeit mit dem Unterbewusstsein. Ich war selbst Zeuge davon, welche Kraft und welches Potenzial in der Hypnose steckt. So fand ich mein noch fehlendes Puzzleteil!Ich begann meine erste Hypnose Ausbildung nach Milton Erickson in Berlin. Anschließend erlernte ich in der Ausbildung bei Dr. Norbert Preetz am Deutschen Institut für Hypnose in Magdeburg – die für mich effektivste und beste Methode der ursachenorientierten, aufdeckenden Hypnose.
Dann habe ich mich zusätzlich auf Medizinische Hypnose spezialisiert und unterstütze Menschen mit akuten und chronischen Schmerzen und Psychosomatik, auf der Suche nach mehr Lebensqualität!
2) Was für Arten von Hypnose gibt es und welche wendest du an?
Antwort: Christina: Ich kombiniere u.a. die direktive, medizinische Hypnose nach Dr. Norbert Preetz, die Yager Code Methode nach Dr. Edwin Yager aus Californien und die ressourcenorientierte Methode nach Milton Erickson.
Somit schöpfe ich aus einer Bandbreite an Techniken und kann diese individuell auf die Themen und Bedürfnisse jedes Einzelnen abstimmen.Ich arbeite aufdeckend und ursachenorientiert, lasse aber zusätzlich Heilungstrancen und Entspannungsmethoden v.a. bei Schmerzen mit einfließen.
3) Was ist der Unterschied zwischen deiner Hypnose und der Show-Hypnose?
Antwort: Christina: Meine Hypnose ist nicht manipulativ, d.h. die zu hypnotisierende Person willigt ein und gibt ihr Einverständnis, dass sie sich hypnotisieren lassen will. Bei jeder Hypnose weißt du aber, was mit Dir gemacht wird. Auch bei der Show-Hypnose.
Es hängt immer damit zusammen, wie stark die Person bereit ist, den Anweisungen des Hypnotiseurs zu folgen. Die älteste Form der Hypnose ist übrigens die, die bei Operationen angewendet wird. Hier werden Schmerzen gelindert und es wird versucht, sie besser zu kontrollieren.
Meine therapeutische Hypnose unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der Show-Hypnose. Sie zielt darauf ab, den Menschen zur selbstbestimmten, geistigen Gesundheit und Entfaltung der eigenen Ressourcen und Kräfte, wie beispielsweise zur Schmerzlinderung, zu verhelfen.
Diese Hypnose ist der Zustand geistiger und körperlicher Entspannung. Der Kopf und somit das Denken machen Pause, die Wahrnehmung ist fokussierter. Der Hypnotisand ist in Trance, also in einem Zustand zwischen
wachsein und schlafen – er hört alles und kann auch reden.Die Show-Hypnose, bedient sich verschiedener Tricks. Es geht nicht um Information, sondern um schnellstmögliches Beeindrucken – manchmal ohne Rücksicht auf Moral und Würde. Wenn du dich innerlich gegen die Hypnose wehrst, wird weder Hypnose noch Show-Hypnose funktionieren. D.h. die Voraussetzung ist die Einwilligung zur Zusammenarbeit.
Übrigens wurde die Hypnose bereits vor 4000 Jahren eingesetzt. Im 19. Jahrhundert diente sie zur Schmerzbetäubung. Seit 1955 ist Hypnose als wirksame Therapie anerkannt – seit 2006 in Deutschland. In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Hypnose im medizinischen Bereich, wie etwa der physiologischen Beeinflussung des Immunsystems, belegt.
4) Von was hängt es ab, ob jemand leicht oder schwer zu hypnotisieren ist?
Antwort: Christina: Die Basis für jeden Hypnoseerfolg sind gegenseitiges Vertrauen und der Wille zur positiven Veränderung. Jeder Mensch ist anders, individuell – zum Glück. Deshalb habe ich immer meinen „Werkzeugkasten“ dabei und kann aus einem Potpourrie schöpfen, um mich so individuell, themenspezifisch und optimal auf jeden Einzelnen einzustimmen.
Das verdanke ich zum einen den von mir erlernten Hypnosetechniken und
tiefenpsychologischen Erfahrungen. Zum anderen meine ich, ich würde mal
sagen, meinen „feinfühligen“, nonverbalen Fähigkeiten, die ich bereits seit meiner Kindheit habe.Bis jetzt konnte ich jedem meiner Klient*innen helfen, selbst denjenigen, die kleine „Kontrollfreaks“ sind.
5) Wenn beispielsweise eine Klientin zu Dir mit Fibromyalgie oder chronischen Schmerzen kommt, wie gehst du hier vor? Steht hier mehr die Linderung der Schmerzen oder die Ursachenforschung im Mittelpunkt?
Antwort: Christina: Im Vordergrund stehen auf jeden Fall Linderung und Lösung. Meine Klient*innen kommen leider erst zu mir, wenn sie sich von Schulmedizinern missverstanden und nicht ernst genommen fühlen, da organisch nichts zu finden ist, also körperlich alles ok ist.
Viele haben ein Doctor-Hopping hinter sich. Wie wichtig es doch ist, vor allem bei Schmerzen tiefer zu gehen und die psychische Komponente mit einzubeziehen, wird immer noch vergessen.
Das Unterbewusstsein spielt v.a. bei Menschen mit chronischen Leiden
eine sehr große Rolle. Manche Klient*innen profitieren unbewusst sogar von ihren Schmerzen – dies nennt man dann sekundärer Krankheitsgewinn.6) Was für Erfahrungen hast du mit der Online-Hypnose?
Antwort: Christina: Ich bin positiv überrascht. In der jetzigen Zeit habe ich sehr viel online gearbeitet und es hat super funktioniert. Meine Kient*innen konnten sich entspannt, bequem von zuhause aus, in gewohnter Umgebung, an ihrem Wohlfühlort mega drauf einlassen und ihr Thema lösen.
7) Wie lange geht bei Dir eine Hypnose-Session?
Antwort: Christina: Ich habe ein spezielles Konzept entwickelt, um so meinen Klient*innen den Erfolg zu garantieren. Dadurch konnte ich bereits mehr als 1000 Klient*innen auf ihrem Weg der positiven Veränderung begleiten. Von Beginn an sehr intensiv.
Da kann eine der Sessions auch schon mal vier Stunden am Stück dauern. Denn wir bleiben dabei im Prozess. Sehr schnell und effektiv, wenn man bedenkt, dass manch einer schon drei Jahre Therapie ohne tiefgründige Besserung hinter sich hat.
So mal ne Stunde Hypnose und dadurch alles verändern? – Ohne mich,
geht nicht! Ich mag keine halben Sachen!8) Gibt es auch Übungen für zuhause oder ein kostenloses Audio zum Ausprobieren?
Antwort: Christina: Es gibt eine Audio-Datei zur Vorbereitung und Selbsthypnose-Aufgaben. Manchmal vergebe ich auch Hausaufgaben oder gebe eine CD mit.
Hier habe ich 1 kostenloses Audio zum Download erstellt – das könnt ihr gerne für euch ausprobieren. Füllt einfach das Formular an der rechten Seite aus.
SOS AudioHypnose – Stressabbau (rechte Leiste auf der Webseite)
https://freisinn-hypnose.de/audio-kostenlosLiebe Christina, ich danke Dir für dieses Interview!
Fazit:
▶ Wer wirklich austherapiert ist und kaum noch Hoffnung auf Besserung hat, kann mit Hypnose an der Intensität der Schmerzen arbeiten. Insbesondere die Entspannung tut dem ganzen Körper auch gut, sollte aber nach meiner Erfahrung täglich zuhause geübt werden.
▶ Das solltet ihr bei eurer Hypnose-Auswahl beachten:
- Finger weg von Hypnotiseuren, die ein 100 % Heilversprechen geben.
- Hypnose löst Dein Thema nicht in einer Sitzung, v.a. wenn es um Schmerzen geht.
- Erkundige Dich nach der Hypnose-Art und Vorgehensweise. Hypnose ist Teamarbeit. Suche Dir einen Hypnotiseur, dem du vertrauen kannst, nur dann kannst du dich einlassen.
▶ Schaut einfach mal auf Youtube, was es für Infos über die Hypnose gibt. Wissenschaftlich ist es auf jeden Fall erwiesen, dass Hypnose hilft. Es gibt diverse Studien und Berichte über Hypnose.
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CMD-Therapie: Minimal-invasiv mit neuromuskulärem Ansatz – Relaktor

Ein neuer Ansatz bei der CMD-Therapie
Ein querdenkender Zahntechniker hat aus seiner eigenen CMD-Geschichte einen Funktionsregler entwickelt, der über die Muskulatur ein neues und gesundes Bewegungsmuster im Gehirn verankert – ohne primär in die Okklusion einzugreifen.
Auch wenn er etwas eigentüftlerisch wirkt und kein richtiges Händchen für Marketing hat (so wie die meisten Erfinder), ist er außerordentlich hilfsbereit und hat den richtigen Riecher und den Mut was neues zu wagen.
Eine befreundete Ärztin erklärte mir, dass die Zahn-Mediziner, die sich nicht tiefgreifend mit der Materie auskennen und zu starr im Denken sind, verstehen leider nur was von skelettalen (Knöchernen Strukturen u.a. die Zähne) Problemstellungen.
Das bedeutet, dass sie massiv in die Okklusion mit Kronen, Schienen oder Kieferorthopädie eingreifen.
Als ich meiner Freundin den Beckenschiefstand/Beinlängendifferenz ohne Schuhsohlen korrigierte, geschah das rein über die Muskulatur, minimal-invasiv – sie war erstaunt. Genauso funktioniert der Relaktor.
Jetzt aber genau – Ein Neuromuskulärer Ansatz
Der CMD-Weichteilfunktionsregler mit neuromuskulärem Ansatz wirkt sanft und minimal-invasiv Dysfunktionen der Gesichtsmuskulatur entgegen. Er hilft, physiologische Entspannungszustände neu zu finden.
Verglichen mit der Schienentherapie ist er weiterentwickelt und ohne Risiko, da Messfehler bei der Herstellung ausgeschlossen sind.
Das Relaktor-Konzept basiert auf myofunktionellen Zusammenhängen und unterstützt sowie erleichtert selbstständig das Erlernen regelgerechter muskulärer Muster.
Bei Kindern kann man damit Wachstum positiv beeinflussen und bei Erwachsenen (CMD Patienten) werden damit regelgerechte tonische Muster erlernt, die man braucht für einen besser funktionierenden Kauapparat.
Freie Unterkieferbeweglichkeit
Wesentlich dabei ist, dass die Unterkieferposition nicht zwangsgeführt (Konstruktionsbiss = bei Kindern und bei Erwachsenen die Funktionsanalyse) wird.
Das Gerät macht das Erlernen verbesserter Myofunktionen zwar begrenzt selbsttätig. Unerlässlich ist auch hier wieder die Myofunktionelle Therapie.
Voraussetzungen für den Relaktor
Der ideale Patient ist der, dessen Kauapparat nicht invasiv verändert wurde und sich trotzdem eine CMD / MAP eingestellt hat.
Dem ist mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 90 % kausal orthopädisch, also Relaktor plus MFT zu helfen, ohne etwas an den Zähnen zu verändern.
Mengenmäßig ist das der typische Relaktor-Patient. Was sich viele nicht vorstellen können, weil sie glauben dass, allein prothetische Fehler oder schlechte KFO für die CMD verantwortlich wären.Beispiele: Hier wird es kompliziert (wer ist heute schon ehrlich?)
Schwierig wird es, wenn bereits eine langjährige erfolglose Schienentherapie gemacht wurde. Häufig wirken diese invasiv und verstärken die Problematik. Das setzt sich fort, auch wenn noch prothetische Anpassungen – sprich, eine vermeintlich bessere Okklusion – eingestellt wurde.
Eine weitere Steigerung ist eine KFO-Behandlung oder ein Fehlbiss, die in eine CMD münden, da ist dann endgültig jegliche Orientierung verloren gegangen und eine Therapie wird enorm erschwert.Aufgeben ist hier keine Option – sage ich
Der erste Schritt ist hier wieder die MFT. Erst wenn die Zungenfunktion etc. sich stabilisiert hat, der Kiefer wieder mittig sitzt (Myozentrik) und die Aufrichtung passt, sind die Voraussetzungen geschaffen, um weiter zu machen.
Anwendungsweise
Der Relaktor wird die ersten Wochen nur tagsüber getragen. Hat sich der sensible Mundraum an das Gerät gewöhnt, kann er auch nachts getragen werden.
Die Kunststoffflügel müssen inzwischen so gut wie nie eingeschliffen werden. Patienten, die ja aus allen Ecken von Deutschland kommen werden virtuell betreut und machen in der Regel keine Kontrolltermine.
Z.B. habe ich gehört, dass ein Patient sogar von den Kanaren kam – das wäre etwas weit für Kontrolltermine, da sollte das Gerät auf Anhieb passen.
Man beginnt mit einer halben Stunde und steigert kontinuierlich die Tragedauer, üblich sind ein bis zwei Wochen, bis das Gerät auch nachts getragen werden kann.
Durch die muskuläre Entspannung ist es aber möglich, dass sich die Unterkieferposition leicht verbessert.
Das führt aber nicht zu einer Verschlechterung der Okklusion (z.B. beim Essen) oder der CMD-Beschwerden (z.B. Schiene).Patientenberichte – die ich kenne
1) Leichte Progenie – Kein Knirschen/Reiben – Sehr verspannt:
▶ Patientin berichtet über Linderung und ist zufrieden.
2) Tiefbiss – Bruxismus – verspannt:
▶ Wenig Besserung
▶ Sie hat später eine Innovative Schienentherapie gemacht mit genauer Anwendung von Bildgebenden Verfahren.
▶ Relaktor hat besser funktioniert.3) Kreuzbiss: Bruxismus – Stark verspannt:
▶ abgebrochener Risse Patient, das ist der „Worst Case“
▶ Keine Besserung4) Meine Wenigkeit – Leichte Progenie: Ordentlich verspannt:
▶ Mein Osteopath berichtet über eine Verbesserung des muskulären Tonus.
▶ Meine hochdosierten Medis sind bei dieser Behandlung leider ein großes Hindernis.http://www.relaktor.de/patientenberichte
Fazit:
▶ Leider ist Herr Vogel jetzt in Rente gegangen.
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CMD Therapie: Einsatz in Reha-Kliniken

Interviews mit 4 Reha-Kliniken
Seit ein paar Tagen befasse ich mich mit Reha-Einrichtungen, die sich mit
CMD auseinander setzen. Jetzt meine Frage: Halten die Reha-Einrichtungen das, was sie versprechen?
Ich selbst habe im Jahr 2020 eine Reha-Maßnahme in Bad Rappenau bekommen. Ich war allerdings im Psychosomatischen Bereich.In der Orthopädie hingegen war das Krankheitsbild CMD völlig unbekannt. Deswegen habe ich für euch 4 Reha-Kliniken gefunden, die für ein Interview bereit waren.
Reha Bad Hamm, Frau Linnhoff und Christina KortmannAuf der Webseite habe ich zunächst ein sehr schönes Übungsblatt gefunden, das Übungen zeigt, die man bei CMD anwenden kann.
Übungen CMD
https://www.reha-bad-hamm.de/fileadmin/user_upload
Außerdem habe ich eine Zusammenfassung eines Interviews gemacht, das ich auf der Webseite gefunden habe:1) Frage: Wer an Physiotherapie denkt, hat automatisch Probleme mit Rücken, Knie, Hüfte, Schulter, Hand und am Kopf. Haben Sie sich – bevor Sie die CMD-Fortbildung gemacht haben – schon mit dem Kiefer beschäftigt?
Antwort: Christina Kortmann: Eigentlich überhaupt nicht. In der Ausbildung lernt man so gut wie nichts über den Kiefer. Erst in der CMD-Fortbildung habe ich mich damit ausführlicher beschäftigt. Jetzt weiß ich, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, dieses Thema anzugehen und zu betrachten.
2) Frage: Was sind die wesentlichen Inhalte der CMD-Fortbildung?
Antwort: Britta Linnhoff: Ein großer Schwerpunkt liegt in der Befunderhebung. Es ist entscheidend, einen Patienten im Gesamtzusammenhang zu sehen, also im wahrsten Sinne von Kopf bis Fuß zu betrachten.
3) Frage: CMD kann ja eine Vielzahl von Symptomen verursachen. Glauben Sie, dass viele orthopädische Beschwerden ihre Ursache in der Fehlstellung des Kiefers haben und diese nur nicht erkannt werden?
Antwort: Christina Kortmann: Das kommt schon häufiger vor. Gerade bei Patienten, die einen enorm langen Leidensweg haben, bringt CMD als Diagnose einen Ansatz zur Behandlung. Der Kiefer wird eben häufig erst als Letztes angesehen. Andersherum darf man aber auch nicht die Diagnose „CMD“ als Allheilmittel sehen. Es ist immer entscheidend, sehr genau zu untersuchen.
4) Frage: Was bedeutet Ihr Wissen um CMD für die tägliche Arbeit? Schauen Sie jetzt anders auf Patienten?
Antwort: Britta Linnhoff: Der Fokus hat sich auf jeden Fall verändert. Wenn ich einen Patienten mit Beschwerden insbesondere der oberen Extremitäten
habe, frage ich bei der Befunderhebung sicherlich anders als vorher – z.B. in bezug auf das Knirschen mit den Zähnen oder das Vorhandensein einer Aufbiss-Schiene. Gibt es Anzeichen, teste ich genauer weiter und schicke auch schon einmal einen Patienten zur detaillierten Befundklärung zum Zahnarzt.Danke fürs Gespräch!
Britta Linnhoff, Christina Kortmann
Physiotherapeuten
reha Bad HammInfos zu CMD
https://www.reha-bad-hamm.de/heilmittel/physiotherapie-krankengymnastik/craniomandibulaere-dysfunktion-cmd/Sanatorium Schlossberghof, Bad Reichenhall, Frau Dr. Riedlsperger
1) Frage: Gibt es spezielle manuelle Verfahren, die Sie bei CMD nutzen?
Antwort: Frau Dr. Riedlsperger: Es gibt ja eine spezielle CMD-Therapie der physikalischen Therapie – bestehend aus Elementen der Manuellen Therapie, Lymphdrainagen und Krankengymnastik. Genauer sind das Weichteiltechniken und Bindegewebsarbeit.
Diese dauert bei uns ca. 50-60 Minuten und wird nur als Einzelbehandlung durchgeführt. Davor müssen die Patienten bereits eine genaue Angabe ihrer Beschwerden zu Hause machen und diese Befunderhebung dem Therapeuten mitbringen.
Weiter korrespondieren Beschwerden in den Kiefergelenken mit einer Reihe weiterer anderer Beschwerden im muskulo-skelettalen Bereich, z.B. der LWS und dem ISG, aber auch der HWS und dem Schultergürtel.
Dazwischen sind oft über die Faszien weitergeleitete Verklebungen bzw. Blockaden, die mittels Myofaszialer Krankengymnastik behandelt werden. D.h. Wenn die anderen Gelenke nicht mit behandelt werden, ist eine Besserung schlecht möglich.2) Frage: Wie erfolgreich – in % – ist Ihre Kooperation mit Zahnärzten? (Welche Art von Schienen werden genutzt und gibt es Härtefälle wie Fehlbisse und Kieferoperationen?).
Antwort: Frau Dr. Riedlsperger: Eine Zusammenarbeit mit Zahnärzten am Ort gibt es speziell nicht, da die Patienten bei uns in der Regel nur ca. 3-4 Wochen da sind. Dies wäre eher eine Möglichkeit (und ist bereits meist vorab passiert) am Heimatort.
3) Frage: Wie viele Psychiatrische Fälle haben Sie und welche Medikamente setzen Sie ein?
Antwort: Frau Dr. Riedlsperger: Eine medikamentöse Therapie gibt es bei uns nicht. Bei nächtlichen Schlafstörungen z.B. arbeiten wir mit Psychotherapie und achten auf die Schlafhygiene mit Akupunktur.
Vielen Dank fürs Gespräch!
Dr. Beatrix Riedlsperger
Arbeitsmedizinisches Präventions- und Notfallmanagement
Praxis für Arbeitsmedizin
Sanatorium Schlossberghof
Bad Reichenhallhttps://www.schlossberghof.de/arzt-therapie/physiotherapie/kiefergelenks-cmd-therapie.html
Seegartenklinik Heidelberg, Herr Gashi, stellvertretender Geschäftsführer
1) Frage: Gibt es spezielle manuelle Verfahren, die Sie bei CMD nutzen?
Antwort: Herr Gashi: Wir selbst bieten keine Manuelle Therapie an. Wir verweisen dann meistens an externe Behandler. Gelegentlich kommen aber Physiotherapeuten nach Bedarf zu uns in die Klinik.
2) Wie erfolgreich ist Ihre Kooperation mit Zahnärzten? Nutzen Sie Schienen und was machen Sie mit Patienten, die Fehlbisse haben?
Antwort: Herr Gashi: Da die Zahnärzte auch bei uns mit im Haus sind, ist die Zusammenarbeit mit Zahnärzten reibungslos verzahnt. Wir sind eine Klinik, die sich auf Kiefer-Operationen spezialisiert hat.
Nachdem ein Eugnather Biss (normaler Biss) eher selten ist, operieren wir insbesondere Fehlbisse des Unter- und Oberkiefers, damit der Zusammenbiss wieder stimmt und die Symptome nachlassen.
Auch bei dem Krankheitsbild Schlafapnoe erreichen wir eine nahezu 99 % Heilung. Eine normale Schiene kann z.B. anfangs dazu beitragen, dass die Atemwege befreit und durch eine Bisshebung die Kiefergelenke entlastet sind.Aber sinnvoll ist in den meisten Fällen eine Operation, die die Kiefer wieder neu ausrichtet. Wir operieren nur Patienten, bei denen auch eine klare Indikation gegeben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen die Patienten ihre Schlafmaske zuhause wieder nutzen.
3) Haben Sie auch Psychiatrische Fälle und welche Medikamente setzen Sie ein?
Antwort: Herr Gashi: Oft entwickeln sich körperliche Symptome (CMD, Atemwegsverengungen oder Schlaflosigkeit) zu Psychiatrischen Fällen, wenn z.B. Patienten so erschöpft von ihren Symptomen sind, dass sie in eine Depression fallen.
Hier haben wir aber zum Glück Psychologen und Psychiater bei uns im Haus, die Patienten mit Depressionen oder ähnlichen Krankheitsbildern gut helfen können.
Zur Entspannung der Muskulatur wird hier oft Lyrica (Antikonvulsiva) eingesetzt. Es hilft auch gut gegen Angstzustände, die bei Schmerzen nicht unerheblich sind. Weiterhin setzen wir auch auf Botox, das die Kiefermuskulatur insbesondere vor Operationen gut entspannen lässt.
Danke fürs Gespräch!
Fatos Gashi
stellvertretender Geschäftsführer,
Seegartenklinik Heidelberghttps://seegartenklinik.de/craniomandubulaere-dysfunktion/
Reha-Klinik, Hessen
Dies ist ein Anonymes Interview. Leider hat die Dame nicht ganz verstanden, dass ich das Interview auf meiner Webseite veröffentlichen wollte. Das wollte sie jetzt doch nicht mehr. Aber ich fand die Infos interessant, und möchte sie euch hier zeigen.
1) Was sind Sie genau von Beruf und mit was für Techniken behandeln Sie Ihre Patienten?
Antwort: Ich bin Physiotherapeutin, Osteopathin, Heilpraktikerin, PNF- Therapeutin (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) und vieles mehr. Ich arbeite hauptsächlich aus einem Mix von manuellen Techniken.
2) Arbeiten Sie mit Zahnärzten oder anderen Ärzten zusammen?
Antwort: Ja, insbesondere wenn wir eine Schienen-Therapie mit den Patienten anfangen. Leider existiert das Problem, dass die Betroffenen schon mit einer Schiene zu uns kommen. Hier ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Normalerweise sollte in enger Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt und dem Physiotherapeuten neben der Physiotherapie/Manuellen-Therapie oder Osteopathischen Behandlung eine Schiene hergestellt werden.Diese sollte dann in engmaschiger Kontrolle überprüft und eventuell eingeschliffen werden. Wir arbeiten hier mit niedergelassenen kleinen Zahnarztpraxen, die genau auf solch eine Schienen-Therapie spezialisiert sind.
Die Patienten bekommen dann von den Zahnärzten Rezepte ausgestellt, wobei es hier eine klare Budgetierung gibt und die Anwendungen leider auch begrenzt sind.3) Was für Ärzte haben Sie bei sich im Haus?
Antwort: Orthopäden, Neurologen, Kardiologen und Onkologen.
4) Ich habe ja selbst CMD und arbeite seit über 10 Jahren mit Feldenkrais. Haben Sie davon schon mal was gehört?
Antwort: Ja, Feldenkrais kenne ich. Der Körper verfügt ganz klar über Selbstheilungskräfte. Genauso wie Chi Gong oder Yoga bei der Genesung helfen können. Es reicht nicht aus, dass ich auf einen Muskel drücke, bis die Tränen beim Patienten kommen. Jeder selbst kennt seinen Körper genau und muss mitarbeiten im Heilungsprozess.
5) In wie viel Prozent der Fälle handelt es sich überhaupt um eine echte CMD?
Antwort: Es gibt viele Informationen zu CMD. Das ist echt verwirrend. Manchmal steckt auch etwas anderes dahinter. Z.B. dass mit dem Diskus etwas nicht in Ordnung ist, oder es handelt sich um Verschleiß, Stress, eine falsche Abnutzung oder schlechte Zähne.
6) Was halten Sie von der Kieferorthopädie und Kiefer-Chirurgischen Eingriffen?
Antwort: Was ich so erlebe bei der Kieferorthopädie ist, dass es generell schwierig ist und es oft zu Rezidiven kommt. Zum Schluss wird oft ein Retainer (Metalldraht) eingesetzt, damit das Ergebnis stabil bleibt.
Hierdurch wird oft der Cranio-Sakrale Rhythmus gestört und kann nicht mehr fließen. Gerade bei der Anpassung von Zahnspangen oder dem Einsatz der Kieferorthopädie ist davor der Einsatz von Cranio-Sacralen Behandlungen empfehlenswert.Es gibt viele Fälle von Schönheits-Chirurgie. Leider ist die Aufklärung seitens der Chirurgen nicht immer so gut. Die Behandlung wird als harmloser Eingriff vermarktet und Langzeitstudien liegen nicht einmal vor.
Es ist so, dass wenn ein Gelenk umgestellt wird, kann es zu Veränderungen und Beschwerden in einem anderen Bereich bzw. in einem anderen Gelenk kommen. Liegt die Chirurgie dann Jahre zurück, kann man nicht mehr sagen, wo die Beschwerden genau herkommen. Einen alten Baum verpflanzt man nicht.7) Nutzen Sie eigentlich Medikamente?
Antwort: Nein, mit Medikamenten arbeiten wir nicht. Wir nutzen Biofeedback. Hierbei werden Elektroden am Körper angebracht und man misst den Muskeltonus des Patienten. Darauf basierend lernt der Patient, wie er mit speziellen Biofeedback-Übungen seinen Körper steuern kann.
Somit kann nach einer gewissen Übungszeit die Intensität der CMD-Beschwerden gelindert werden, vorausgesetzt, der Patient hat auch die Möglichkeit seinen Stresspegel zu reduzieren.8) Was für eine Erfolgsquote haben Sie?
Antwort: Die meisten Behandlungen werden hier eher subjektiv als objektiv wahrgenommen. Es existiert, genau genommen, gar keine Dokumentation. Manchmal hilft es schon, dass der Patient in Behandlung ist, und ihm im Gespräch suggeriert wird, dass er auch ernst genommen wird. Ich hoffe natürlich, dass es eine positive Tendenz gibt.
Danke fürs Gespräch!
Physiotherapeutin, Osteopathin,
Heilpraktikerin, PNF- Therapeutin
Reha-Klinik in HessenFazit:
▶ So, das war meine kleine Recherche. Natürlich gibt es noch andere Kliniken, die ihr anrufen könnt.
▶ Ich empfehle euch sogar, ruft eure Wunschklinik an und fragt genau nach, ob und wie sie CMD behandeln. Nicht jede Klinik kennt sich gut aus (siehe Interviews).