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4) Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Helga Pohl®

Die Pohltherapie® & Thomas Hanna
Die Pohltherapie® ist eine körpertherapeutische, medikamentenfreie Methode zur Behandlung chronischer Beschwerden, bei denen sich organ-medizinisch meist kein Befund erheben lässt.
Viele Beschwerden gelten als rein psychosomatisch oder psychisch bedingt. Die Tastuntersuchung zeigt jedoch: All diese Leiden spielen sich nicht nur in Kopf oder Seele der Betroffenen ab, sondern basieren auf chronischen Verspannungen in den Muskeln, Sehnen, Faszien sowie im Bindegewebe der Haut.
Gleichzeitig gibt es eine Störung in der Körperwahrnehmung, so dass die Verspannungen dem Bewusstsein nicht zugänglich sind und auch nicht einfach bewusst aufgelöst werden können. Es handelt sich also um Sensomotorische Störungen, d.h. um Störungen der Körperwahrnehmung, Bewegung und Steuerung.Ausgangslage – Die Rückenschmerzen von Frau Dr. Pohl
Die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Helga Pohl® baut auf der „Hanna Somatic Education“ (Prof. Dr. Thomas Hanna, USA) und der Arbeit von Moshe Feldenkrais auf.
Der Ausgangspunkt war, dass Frau Dr. Pohl selbst von schlimmen Rückenschmerzen geplagt war, die sie in die Berufsunfähigkeit brachten. Später gesellten sich im Laufe der Zeit noch Schmerzen in Schulter, Arm und Hand etc. dazu. Sie war so verzweifelt, dass sie anfing nach Alternativen Methoden zu suchen.
Die erste vernünftige Methode, die sie fand, war Feldenkrais, dann folgten Hanna Somatics, Myogelosen- und Triggerpunktbehandlung, Zen Bodytherapy und andere Körpertherapien, mit denen sie sich behandeln ließ… bis es schließlich besser wurde.
Fünf ineinander greifende Verfahren:
1) Der Weg über das Gehirn: Pandiculations nach Thomas Hanna
Mittels sensomotorischen Feedbacks seitens des Therapeuten lernt man unwillkürlich angespannte Muskeln (die man bewusst nicht entspannen kann) zunächst aktiv noch stärker anzuspannen und dann allmählich die Spannung zurückzunehmen, bis die Muskeln sich entspannen.
Im Idealfall lassen sie sich dann wieder in vollem Umfang bewusst bewegen und sind wieder voll spürbar. Das Verfahren ähnelt entfernt der Progressiven Muskelentspannung, ist aber sehr viel komplexer und differenzierter und richtet sich gezielter und direkter auf die individuellen Spannungsmuster des Patienten.
Sind die Pandiculations noch nicht ausreichend zur Lösung der Muskelverspannung und der Wahrnehmungsstörung, lassen sich meist noch punktuelle Verspannungen in Muskulatur und/oder Bindegewebe/Faszien finden. In diesen Fällen ergänzt man die Pandiculations um die aktive Schmerzpunktbehandlung (Triggerpunkt-Therapie).
2) Der Weg direkt über Muskeln und Faszien: Aktive Schmerzpunktbehandlung
Dabei drückt der Therapeut auf verbliebene, schmerzhafte punktuelle Verhärtungen in den Muskeln und Faszien, während der Patient genau diese Muskeln aktiv bewegt, bis sich die punktuellen Kontraktionen (Triggerpunkte, Myogelosen) lösen.
Dadurch werden die Muskeln wieder besser steuerbar und die betroffene Körperpartie spürbarer. Die Orientierung im eigenen Körper wird klarer. Dieses Verfahren kann der Patient auch als Selbstbehandlung erlernen.
3) Der Weg über das Bindegewebe der Haut und Unterhaut
Dabei arbeitet der Therapeut das Bindegewebe der Haut und Unterhaut in den unterschiedlichsten Schichten mit winzigen, rollenden Bewegungen zwischen den Fingern extrem langsam durch, während der Patient wenn möglich wiederum die zugehörige Muskulatur selbst aktiv bewegt.
Die Körperwahrnehmung verbessert sich an den betroffenen Stellen nochmals beträchtlich, der Patient beginnt sich an den behandelten Stellen wieder deutlich zu spüren.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich damit außer Schmerzen vor allem Körpergefühls-Störungen erfolgreich behandeln lassen, z.B. „Brennen, Taubheit oder Kribbeln“ ohne organischen Befund, ebenso diffuse aber quälende Spannungsgefühle, z.B. im Unterbauch und Beckenboden.
4) Der Weg über die Bewegung: Sensomotorische Übungen
Sensomotorische Übungen werden meist im Liegen ausgeführt und zwar langsam und mit großer Achtsamkeit, d.h. es geht wieder darum, zu spüren, was man tut.
Auch hier geht man meist zunächst in die stärkere Anspannung und löst sie allmählich in der Bewegung. Auch diese Übungen dienen der Verbesserung von Beweglichkeit und Bewusstheit. Sie können auch in der Gruppe eingeübt und zu Hause einzeln fortgeführt werden.
5) Der mentale Weg: Das Körperbewusstseinstraining
Das Körperbewusstseinstraining zieht sich als roter Faden von Anfang bis Ende durch die ganze Behandlung. In vollem Umfang ist es erst durchführbar, wenn die Muskulatur durch die direkten körperlichen Verfahren wieder willkürlich steuerbar ist.
Beim Körperbewusstseinstraining lernen die Patienten allmählich wahrzunehmen, wie und was sie aktuell während der Behandlung, dann aber auch, wie und was sie in ihrem Alltag und vor allem in Belastungssituationen jeweils unwillkürlich angespannt halten; und wie sie selbst aus solchen Anspannungen wieder herauskommen bzw. sie überhaupt vermeiden können.
▶ Durch das Spüren am eigenen Leibe erkennt der Patient allmählich, dass seine Erkrankung nicht etwas ist, was er hat, sondern etwas, was er unbewusst tut.
Mit dem Hintergrundwissen der funktionellen Anatomie der Alltagsbewegung (Wie atmet man normalerweise? Was halte ich fest, sodass ich nicht so gut atmen kann?) und geeigneter Vorstellungsbilder lernt der Patient zu verstehen, wie er sich durch ein Zu viel an Spannung bei Alltagsbewegungen unwillkürlich einschränkt und wie er die Funktionen (z.B. die Atmung) anatomisch günstig und frei ablaufen lassen kann.
Damit lernt der Patient zu verstehen, was er tut, so dass er ungewollt seine Beschwerden im Alltag wiederherstellt. Achtsamkeit und Verständnis der eigenen Alltagsbewegung sind ganz wesentlich für den Erfolg der Behandlung.
Fehlhaltungen und ihre Bedeutung
Fehlhaltungen werden häufig für körperliche Schönheitsfehler gehalten, gegen die man mit eisernem Willen ankämpfen muss, um sie zu beseitigen. So haben Generationen von Müttern ihre Kinder zu einer aufrechten Körperhaltung ermahnt („Halte Dich gerade, Kind“), aber leider immer vergebens.
Entstehung von Fehlhaltungen:
- als Reaktion auf belastende Lebensumstände
- aus „dummen Angewohnheiten“
- durch Verletzungen
- durch äußere Faktoren
Man unterscheidet nach Thomas Hanna u.a. drei Fehlhaltungen:
1) Stoppmuster (vorgebeugte Haltung)

Dies entspricht einer Rückzugs-Reaktion, oder dem „Körperschema der Angst“ bzw. der „passive Selbstschutz“.
Auslöser können sein:
- Psychisch: Ständige bedrohliche Situationen oder ständige Belastung mit negativen Sinneseindrücken.
- Körperlich: Die Arbeit vor dem PC, große Menschen mit schlechter Haltung.
2) Startmuster (Hohlkreuzhaltung mit zurück gebeugtem Oberkörper)

Die Hohlkreuzhaltung ist häufiger bei Männern als bei Frauen zu beobachten. Gewöhnlich beruht das Startmuster auf einen Überantrieb.
Auslöser können sein:
- Psychisch: Empörung, Verachtung und Wut (Ausgangsposition zum Zuschlagen), männliches Imponiergehabe.
- Körperlich: Droh- und Einschüchterungsgebärde, um sich Autorität zu verschaffen
3) Schiefhaltung – Traumamuster (zu einer Seite geneigt und/oder gedreht)

Auslöser können sein:
- Psychisch: Das Traumamuster hat keinen emotionalen Ausdruckscharakter wie das Stoppmuster oder das Startmuster.
- Körperlich: Es ist eine Schutzreaktion bei Traumen (Verletzungen) z.B. Gips- und Schienenversorgung nach Brüchen, Gehen an einer Krücke, Schiefem oder verdrehtem Sitzen am Arbeitsplatz.
- Skoliose: Durch einseitige Anspannungen, eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, ein Beckenschiefstand und eine Beinverkürzung oder Beinlängendifferenz verursacht.
https://pohltherapie.de/behandelbare-beschwerden/fehlhaltungen/fehlhaltungen.html
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Meine CMD-Geschichte: Anfang – Ursachen – Lernen – Prävention – Dran Bleiben

Meinen Blog gibt’s schon seit 2012. Meine neue Adresse ist nun hier.
▶ Meine Wenigkeit
Ich heiße Caro, bin 1978 geboren, bin Dipl. Betriebswirtin und war bis 2007 CMD beschwerdefrei. Rückblickend gab es aber schon Anzeichen, die ich erst jetzt richtig deuten kann.
▶ 2008 Unerklärliche Beschwerden
Im Jahr 2009, 1 Jahr nach der Entbindung meiner 2. Tochter, sehr viel hausgemachten und umweltbedingten Stress, fingen bei mir unerklärliche Schmerzen an: Sehnenentzündung im Fuß (ab 2008), Knie-Probleme, Beckenschiefstand, Karpaltunnelsyndrom und Schwindel etc.
Das hatte zur Folge, dass ich wegen den Verspannungen kaum noch laufen konnte, keine Luft mehr bekam und Knochen auf Knochen rieben.
▶ 2010 Die Diagnose
Nach langem Ärzte-Hopping habe ich einen Privaten Orthopäden konsultiert, der mir gleich gesagt hat, dass die Ursache meiner Schmerzen vom Kopf kommt. Er hat mich dann weiter an einen Kieferorthopäden überwiesen, von dem ich endlich die Diagnose CMD bekam.
Genauer gesagt, hatte ich einen Bruxismus, d.h. Zähneknirschen.
Ursachen
1) Kiefer und Schädel: Skelettal
Sowohl mein verkleinertes Mittelgesicht (+/-2 mm, unechte Progenie) als auch die Kieferorthopädie aus der Kindheit (2 Zähne im Unterkiefer wurden entfernt) verursachten bei mir die Beschwerden. Meine Kieferorthopädin hatte bei mir damals einen etwas chaotischen Kauapparat produziert.
2) Zähne: Dental
Die mechanische Ursache sind ein paar Fehlerchen in der Vertikalen. Ich habe eine rechts-links Höhendifferenz, damit könnte man noch leben, schlimmer sind gegenläufige schiefe Ebenen im Seitenzahnbereich, die eine Kaufunktion erschweren.
3) Muskulatur: Muskeltonus
Weiter wurde versäumt, die für die Kieferfehlstellung ursächlichen tonischen muskulären Muster zu behandeln, eine begleitende Myofunktionelle Therapie (MFT) wäre damals notwendig gewesen. Aber damals war dieses Thema noch nicht sehr bekannt.
4) Psyche: Nervensystem
Was man bei CMD nicht vergessen darf, ist die Einbeziehung der Psyche. Ich hatte damals viel Stress um die Ohren, mit 2 Kindern, Ehrenamt, Arbeit etc. Durch die unerklärlichen Verspannungen, keinerlei Hilfe von Ärzten oder Physiotherapeuten, entwickelte ich parallel eine Depression/Burn Out.
Endlich gab es eine Diagnose: CMD.
Aber: Mein Kieferorthopäde sagte: Kieferchirurgie.
Na toll – aber nicht mit mir!!!
▶ Die Suche nach der richtigen Therapie
Nach einem kompletten Zusammenbruch, einem Klinik-Aufenthalt und die Gabe eines guten Antidepressivums, entwickelte ich einen neuen Kampfgeist.
Da ich mich schon immer für die Physischen und Psychischen Zusammenhänge des Körpers interessiert habe, verstand ich schnell, wie ich mir selbst helfen kann. Aber: Expertin bin ich noch lange nicht!
Um klar zu sehen, reicht oft ein Wechsel der Blickrichtung.
(Antoine de Saint-Exupéry)▶ Mein Ziel: Physische & Psychische Kompensation
Was Jahre gedauert hat, um kaputt zu gehen (Krise) braucht eben genau so viel Zeit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen (die Kompensation des gesamten Körpers).
Ich entschied mich gegen eine Schienen-Therapie, Kieferorthopädie oder Chirurgie. Ich fing erst mal mit Körperarbeit auf der Matte an.
Erst erkannte ich muskuläre Zusammenhänge zwischen Unterkiefer und Becken und spürte, wie die Muskelketten sich durch meinen Körper zogen. Die Verspannungen gingen mit der Zeit immer mehr zurück.
Dazu vermied ich jeglichen Stress: Keine Arbeit & Ehrenamt mehr und Kinder leider ab in die Kita.
▶ Meine Erfahrungen und Ergebnisse heute
Aktuell ist es immer Situations-abhängig. Die meiste Zeit habe ich, bis auf ein paar Verspannungen morgens, keine großen Probleme mehr.
Wenn doch, dann hängt es davon ab, wie viel Kohlenhydrate und Süßigkeiten ich tagsüber/abends gegessen habe oder ob ich pathologisch schlechte Laune habe bzw. depressiv bin.
Natürlich knirsche ich noch!
Aber meine Muskulatur hat gelernt, sich sehr schnell wieder von selbst zu entspannen. Joggen klappt leider nicht ganz, aber Marathon rennen so wie früher ist sowieso ungesund.
▶ Mein Credo auf dem Weg der Erkenntnis
Seid Intuitiv. Euer Bauch hat immer Recht.
Zeigt Eigeninitiative. Mitmachen macht Spaß – ich bin mein eigener Therapeut.
Werdet Kreativ. Bei der Auswahl Eurer Therapien & Therapeuten.Ich freue mich über jede Art von Feedback, Fragen oder helfe bei Unklarheiten.
Herzlichst
Eure Caro -
Was ist CMD? Erste Hilfe & Leitfaden

Craniomandibuläre Dysfunktion
Die CMD ist ein Überbegriff für Störungen in der:
- Struktur: Fehler in der Okklusion (Aufeinander-Treffen der Zähne von Ober- und Unterkiefer): Zahn-, Kieferfehlstellungen, Kronen, Implantate.
- Funktion: Gestörtes Zusammenspiel verschiedener Muskeln, Kaumuskulatur/Gesichtsmuskulatur, Sehnen und Gelenke.
- Biochemie: Störungen des Nervensystems (Adrenalin/Noradrenalin)/ Hormonsystems (Schilddrüsenhormone/Histamin/Cortisol/Östrogen/Progesteron/Melatonin)
- Psyche: Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, ADHS etc. durch Stress (Serotonin/Dopamin/Noradrenalin).
▶ Eine CMD kann sich äußern in: Gesichtsschmerzen/Bruxismus/ Zähneknirschen/Reiben/Pressen/Kopfschmerzen oder kann auch in anderen Bereichen des Körpers auftreten (Sprunggelenk/ Knie/ Hüfte/ Hände etc.).
Andere Begriffe für CMD
- Myoarthropathie (MAP): Beschwerden, die in der Kaumuskulatur (Myopathie), in den Kiefergelenken (Arthropathie) oder in beiden Bereichen (Myoarthropathie) liegen.
- Temporomandibular Dysfunktion (TMD): Englischer Begriff.
- Temporomandibular Joint Dysfunction (TMJD): Englischer Begriff
Formen der CMD
Mischformen (Arthrogene, myogene und okklusale Formen der CMD) bedingen sich oft gegenseitig.
1) Arthrogene Formen
- Verlagerung des Discus articularis (Gelenkkörper) oder die Arthrosis deformans (Folge langjähriger Funktionsstörungen, Traumata oder Überlastungsphänomene des Kiefergelenks) der Kiefergelenke sowie Veränderungen in deren Kapselstrukturen (verschiedene Formen der Kapsulitis, Kompressions- oder Distraktionsgelenke).
- Als Symptome treten häufig Reiben und/oder Knacken in den Kiefergelenken, Kieferklemme, Kiefergelenkschmerzen, aber auch Ohrenschmerzen und Tinnitus auf.
2) Myogene Formen
- Schmerzhafte Verspannungen im Bereich der Kau- und Kauhilfsmuskulatur, auch mit Mundöffnungseinschränkungen, die teilweise getriggerte Schmerzen in anderen Regionen des Körpers oder massive Spannungskopfschmerzen auslösen können.
- Eine psychogene Komponente in dieser Gruppe ist nicht selten.
Weitere Unterscheidungen von Christian Prawitz
a) Myopathie: Schwäche der Muskeln/Muskelschwund.
b) Myalgie: Schmerzempfindungen in der Muskulatur. Muskelschmerzen können ausgebreitet (diffus) oder an einer bestimmten Stelle des Körpers (lokal) auftreten.
c) Myositis: Entzündung der Skelettmuskulatur.
d) Myospasmus: Unwillkürliches und meist schmerzhaftes Zusammenziehen eines Muskels.3) Okklusale Formen
- Vorkontakte, verursacht durch Bisslageabweichungen, Zwangsbisslagen oder atypische Parodontopathien.
- Fehlerhafte Anfertigungen von Zahnersatz oder Füllungen.
- Falsche kieferorthopädische Behandlungen.
- Wachstumsbedingte Dysbalancen.
- Unfälle.
- Hervorgerufene Abweichungen in der Körperstatik (Beckenschiefstand, Fußfehlstellungen, HWS-Blockierungen).
- Schlifffacetten, multiple kariesfreie Zahnhalsdefekte oder einzelne Gingivarezessionen (Rückgang des Zahnfleisches) im sonst parodontal unauffälligem Gebiss werden oft beobachtet.
Ursachen & Theorien
1) Stressoren im Job, Elternzeit, Schule, Beziehungen, Lebenssituation
Meistens entsteht eine CMD durch Stress im Alltag. Hält der Stress zu lange an, nennt sich das Ding „Muskulo-Skelettale Erkrankung“. D.H. auch wenn der Stress nachlässt, bleibt die CMD in der Muskulatur bestehen (falsche Programmierung).
2) Zahn- und Kieferveränderungen, Verformungen durch die Muskulatur durch Umwelteinflüsse
Fränkel , ein Kieferorthopäde, der 1961 den ersten Funktionsregler entwickelte, sagte, dass die Muskulatur die größte Auswirkung hat. Das bedeutet, bei CMD sind die Ursachen in der Zunge, in der Gesichtsmuskulatur und in den Augen etc. zu suchen und diese wirken sich absteigend aus.
3) Die Theorie der funktionellen Matrix: Melvin L. Moss, Wachstums-Theoretiker
Die funktionelle Matrix ist die offizielle Lehrmeinung in der Literatur für Kieferorthopädie. Moss ist Wachstums-Theoretiker und hat früher gesagt: „Kieferanomalien sind genetisch bedingt“ (1968).
1997 hat Moss die funktionelle Matrix im Sinne von Fränkel evaluiert. D.h. Eine gestörte Zungenfunktion + Lippenfunktion, Mimik und die Augen verformen die Zähne genauso, wie ein Mund-Atmer Einfluss auf das Kieferwachstum hat.“
4) Harte Strukturen: Feste Apparaturen, Gesichts-Symmetrie
Schlechte Kieferorthopädische Behandlungen aus der Kindheit (fehlende Beachtung der dynamischen Okklusion), falsche Prothetik oder Unfälle sind ebenfalls Auslöser oder Verstärker der CMD-Problematik.
D.h. Diese Eingriffe sind aber meistens nicht alleine ursächlich für eine CMD. Sie können auch eine latente Fehlfunktion erst ans Licht bringen.
5) Aufsteigende CMD
Die aufsteigende CMD beginnt hingegen im Becken, zum Beispiel mit einem echten/strukturellen Beckenschiefstand, unterschiedlichen Beinlängen oder Fußfehlstellungen.
Diese Muskel-Verspannungen ziehen sich dann von unten entlang der Wirbelsäule nach oben hin fort, bis sie im Kiefer ankommen und dort eine CMD auslösen.
6) Artikulatoren
Ein Artikulator ist ein Hilfsmittel bei der Diagnose von CMD. Vereinfacht beschrieben ist es ein Gerät, welches bei der Simulation der Kiefergelenksbewegung bei der Funktionsanalyse eingesetzt wird.
Schädelbezogene Bissnahmen und Artikulatoren gehen von Gelenk-Strukturen aus, die regelgerecht sind. Diese sind aber nicht so vorhanden.
7) Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen
Anfälligkeiten für psychische Erkrankungen (10% der CMD-Betroffenen) führen zu einem gestörten Neurotransmitterhaushalt und somit zu einer Verstärkung der Beschwerden: Depressionen, Ängste, ADHS, Bipolare Störung, Hochsensibilität, Schlafstörungen.
Beitrag: Psychisch krank oder krankes Gebiss
Beitrag: Somatoforme Schmerzen
▶ Eine CMD mit diesen Begleiterkrankungen ist sehr schwer über die Okklusion zu behandeln.
8) Primärer und Sekundärer Bruxismus
Primärer Bruxismus: Nächtliches Zähneknirschen ohne erkennbare Ursache bei ansonsten gesunden Menschen ausgelöst durch Faktoren wie Stressepisoden oder genetische Familiäre Häufung.
Sekundärer Bruxismus: Laut den neuesten Erkenntnissen ist der Sekundäre Bruxismus, ausgelöst durch psychoaktive Medikation oder Wirksubstanzen (Medikamente, Drogen, Kaffee, Rauchen) eher von einer CMD zu unterscheiden. Hier helfen keine konventionellen CMD-Therapien.
Warum ist eine CMD so schwer zu behandeln?
Leider sind Zahnärzte und Kieferorthopäden auch nur Unternehmer und verpassen es meistens durch Zeitmangel, die Betroffenen richtig über die tatsächlichen Erfolgsaussichten ihrer Behandlungen aufzuklären.
Hier spielt mal wieder das liebe Geld eine Rolle. Sie versuchen den Patienten ihre Systeme zu verkaufen und versäumen es, dass sie bei Fällen (wie z.B. Psychische Erkrankungen, Hormonverschiebungen, Stoffwechsel-Problemen) kontraindiziert sind.
Nach neuesten Erkenntnissen sind Okklusale Fehler und Dysbalancen nicht mehr so wichtig wie früher, weil die Ursachen auch in anderen Biologischen Bereichen liegen wie:
- Augen (Sehsinn)
- Hörsinn (Gleichgewichtsorgan)
- Hormon-System & Stoffwechsel
- Darmgesundheit & Immunsystem
- Ernährung & Bewegungsmangel
- Chronische Entzündungen
- Schlafmangel
Vor allem die Sozialen Faktoren (Familie, Freundeskreis, Hobbys, Arbeit) spielen eine wichtige Rolle und können die Schmerzwahrnehmung verstärken. z.B. durch soziale Isolation, mangelnde Anerkennung im Job, Diskriminierung oder Konflikte im sozialen Umfeld.
▶ Supergau – und was nun …..?
Ich habe die Diagnose CMD. Was kann ich jetzt tun?
1) Magnesium-Substitution
Die Magnesium-Substitution ist das Erste, was ihr machen solltet. Achtet darauf, dass es Magnesium-Citrat ist, das wird schneller vom Körper aufgenommen.
Da ein Päckchen Magnesium-Citrat nicht auf einmal vom Körper aufgenommen werden kann (maximal 100 mg), solltet ihr es in einer Trinkflasche mit Wasser vermischen und dann über den Tag verteilt trinken.
2) Stress-Reduktion
Bei Stress stößt der Körper Cortisol aus und der Sympathikus ist erhöht. Der Sympathikus gehört zum unwillkürlichen (vegetativen) Nervensystem. Er sorgt für eine Leistungssteigerung und wird zum Beispiel in Stress- und Notfallsituationen aktiviert.
Wenn er aber über einen zu langen Zeitraum erhöht ist, kann sich der Körper nicht mehr über Nacht erholen und die Aufgabe des Parasympathikus kann nicht wirken.
Der Parasympathikus wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet. Er bewirkt zum Beispiel, dass die Herz- und Atemfrequenz abnimmt. Unter seinem Einfluss tritt Entspannung und Regeneration ein.
Methoden, die das unwillkürliche Nervensystem wieder ins Gleichgewicht bringen sind: Entspannungsverfahren wie Meditation, Atemübungen oder leichter Sport.
Beitrag: Vegetatives Nervensystem und Stress
3) Weiche Lebensmittel, Entzündungshemmende Diät und der Verzicht auf Kohlenhydrate/Ketogene Diät
Abends ist es von Vorteil, weiche Lebensmittel zu konsumieren. Harte Nahrung wie Nüsse, Rohkost oder zähes Fleisch sollte man abends nicht essen, weil es die Kaumuskulatur noch mehr verkrampft. Selbst Kaugummi-Kauen sollte vermieden werden.
Wer es schafft, die Kohlenhydrate ganz wegzulassen, d.h. eine Ketogene Diät zu machen, der wird merken, dass sich die Verspannungen immens verbessern. Bei mir waren sie fast weg. Allerdings schaffe ich es nicht immer, mich so zu ernähren.
Beitrag: Wie Ernährung den Muskeltonus und die Schmerzen bei CMD beeinflusst
4) Infrarot-Lampe und Badewanne
Was mir gegen die Verspannungen auch geholfen hat, war eine Infrarot-Lampe oder eine Wärmeflasche bzw. eine heiße Badewanne. Der Vorteil einer Infrarot-Lampe ist, dass sie viel tiefer in das Gewebe eindringt als andere Wärmequellen
5) Elektrische Impulse mit dem TENS-Gerät
Der Einsatz mit dem TENS-Gerät (Reizstrom-Therapie) bei Patienten mit muskulären Dysbalancen kann innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Relaxation der Kaumuskulatur führen. Ich selbst habe es aber noch nicht ausprobiert.
Die TENS-Geräte werden zur häuslichen Anwendung und leihweise zur Verfügung gestellt. Den genauen Mietzeitraum bestimmt der Arzt.
Sobald eine Therapie medizinisch erforderlich ist, können die Krankenkassen die Kosten übernehmen.
6) Medikamente als schnelle Alternative
Wer aber schon kurz vor einem Burn Out oder einer Depression steht, kann eventuell von Medikamenten profitieren:
- Betablocker: die den Sympathikus dämpfen.
- Muskelrelaxanzien: die nicht abhängig machen: Buspiron, Lyrika (Pregabalin).
- Antidepressiva: ABER: Man muss genau aufpassen, welche Art von Antidepressiva man auswählt (anstatt ein SSRI ein SNRI nehmen).
- Botox in die Kaumuskeln spritzen: Das habe ich gemacht. Es hat etwas geholfen, später wurde es mir allerdings zu teuer.
Beitrag: Medikamente gegen Schmerzen
▶ Übrigens: Ich war von der CMD so fertig, dass ich eine starke Depression entwickelt habe. Obwohl ich zuerst total gegen eine medikamentöse Behandlung der CMD war, habe ich doch von den Antidepressiva profitiert.
7) Kieferübungen und ganzheitliche Übungen im Verbund
Bei CMD ist es nicht nur wichtig, Übungen für die Kiefergelenke zu machen, sondern der ganze Körper ist involviert, wie die Zunge, die Augen, das Gleichgewichtsorgan, das Becken, die Füße. Schließlich stehen alle Gelenke mit dem Kopf in Verbindung.
Übungen für das Kiefergelenk
https://www.reha-bad-hamm.de/fileadmin/user_upload/DownloadsWarum aktiv durchgeführte Übungen langfristig mehr Sinn machen, als zum Physiotherapeuten zu gehen
Beitrag: Körperarbeit als aktiver Ansatz – Lernen statt TherapieGanzheitliche Übungen aus meinem Blog
https://cmd-alternativ-handeln-blog.com/2023/09/23/ganzheitliche-uebungen-entspannungs-verfahren/8) Vorsicht! Billige Schienen aus dem Internet
Die Schienen, die man online erwerben kann, sind meistens weiche Schienen und eignen sich nicht für den Dauereinsatz. Es ist besser, harte Schienen zu nehmen, die alle Zähne abstützen.
Was auch passieren kann: Bei mir beispielsweise hat sich eine einfache Schutz-Schiene vom Zahnarzt negativ auf mein Knirschen ausgewirkt. Es wurde dadurch verstärkt und ich habe die Schutz-Schiene nie mehr benutzt.
Artikulatoren, Aufsteigende CMD, CMD: Arthrogene Form, CMD: Gesichts-Symmetrie, CMD: Myogene Form, CMD: Okklusale Form, Craniomandibuläre Dysfunktion, Die Theorie der funktionellen Matrix: Melvin L. Moss, Erste Hilfe bei CMD, Formen von CMD, Harte Strukturen: Feste Apparaturen, Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen, Primärer und Sekundärer Bruxismus, Verformungen durch die Muskulatur durch Umwelteinflüsse, Wachstums-Theoretiker, Was ist CMD?, Zahn- und Kieferveränderungen