
Diagnose-Instrument mit dem FreeBite Beißkissen
Dr. Rainer Schöttl favorisiert in seiner Praxis solche Test Beißkissen, welche die punktgenaue Verzahnung kurzfristig aufheben und es dem Unterkiefer gestatten, sich frei im Biss auf den oberen Zähnen abzustützen.
Natürlich kann dies nur funktionieren, wenn genügend Zähne vorhanden sind, um den Unterkiefer überhaupt einigermaßen symmetrisch abzustützen!
Der Aqualizer/ AquaSplint mini
Das erste Beißkissen, das eine weite Verbreitung fand, war der Aqualizer®. Sein größter Nachteil war seine geringe Haltbarkeit.
Belastbarer war ein Beißkissen, das vor einigen Jahren auf den Markt kam, der AquaSplint mini®, bei dessen Entwicklung unsere Praxis bereits eine Hand im Spiel hatte.
FreeBite/FreeBite air CMD
Eine patentierte Neuentwicklung ist der FreeBite®, der nicht nur eine neue Form aufweist, die bei der Kiefergelenkskompression besonders wirksam ist, sondern auch wahlweise mit einer Luftfüllung ausgestattet ist, die eine nachgiebiges Abstützung im Biss ermöglicht.
Besonders gerne setzen wir den FreeBite air CMD ein, weil sich damit die Kaumuskulatur schon innerhalb weniger Minuten effizient entspannen lässt.
Dabei ist das lockere Kauen auf dem FreeBite air CMD gerade für den Anfang von Vorteil, denn es verhindert das Pressen der Zähne auf dem Beißkissen, was anfangs eine typische Reaktion ist und die Entspannung der Kaumuskulatur verhindert und diese womöglich noch mehr erschöpft.
Beißkissen sollten erst dann über längere Zeitabschnitte getragen werden, wenn sich die Muskulatur daran gewöhnt hat und kein Press-Reflex mehr auftritt.
Fehlen Seitenzähne, fertigen wir u. U. eine einfache Schiene an, welche diese in Form eines Bisswalls ersetzt, sodass damit ein Beißkissen die gewünschte Wirkung entfalten kann.
Mein Interview mit Dr. Rainer Schöttl, D.D.S.(USA)
1) Frage: Bei wie vielen CMD-Betroffenen (in %) bringt der FreeBite eine Linderung oder ist zur Diagnose von CMD geeignet?
Antwort Schöttl: Da ich hauptsächlich als Zahnarzt und CMD-Therapeut tätig bin, geht es mir nicht um irgendwelche Werbeversprechungen oder Vergleiche mit vermeintlichen Konkurrenzprodukten, sondern darum, mit Betroffenen zusammen individuell einen Ausweg aus deren Misere zu finden.
Steht im Hintergrund eine falsche Bisseinstellung, so bietet ein Bisskissen keine dauerhafte Lösung, eher schon eine Schiene, allerdings nur dann, wenn sie die Bissfehlstellung auch tatsächlich ausgleicht.
2) Wie beurteilen Sie die anderen Therapiemöglichkeiten im Vergleich zum FreeBite bei CDM? Bruxane, RehaBite, Cerezen und Relaxbogen?
Antwort Schöttl: Zur Therapie sprechen Sie dann ganz unterschiedliche Konzepte in einem Atemzug an, die aber nicht verallgemeinernd miteinander verglichen werden können.
Irgendwelche Markennamen sind keineswegs ein Garant für den Erfolg einer CMD Therapie, sondern eher ein Hinweis darauf, dass im Hintergrund ein Geschäfts- und Vermarktungskonzept steht.
Bruxane sind Feedback-Schienen, die vibrieren, wenn man daraufbeißt. Sie sollen also den Patienten dazu erziehen, nicht mehr zuzubeißen.
Manche Bisskissen haben eine ausgleichende Wirkung, manche sind hingegen aus Silikon, haben diese nicht, sondern sind nur Puffer. Wieder andere sind eher Trainingsgeräte, mit denen die Kraft der Kaumuskeln verstärkt werden soll.
Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, diese verallgemeinernd miteinander zu vergleichen.
3) Was sagen Sie zum Thema Schienen? Welche Anschluss-Therapien schlagen Sie den Nutzern vor? DROS, DIR, Michigan? Noch was anderes?
Antwort Schöttl: Da der Unterkiefer bei Patienten zur Bissnahme gewöhnlich vom Zahnarzt manipuliert und dabei verschoben wird, während der Patient währenddessen oft auch noch auf dem Rücken liegt, sind Bisseinstellungen, bei denen der Unterkiefer mehr oder weniger stark nach retral (nach hinten) verschoben ist, die Regel und nicht empfehlenswert.
Viele Patienten können dies klaglos kompensieren, aber manche können dies nicht und entwickeln in der Folge Beschwerden.
Michigan Schienen sind ein in den 70er Jahren an der University of Michigan entwickeltes Konzept, werden im Oberkiefer getragen und stellen eine ausgeprägte Front-/Eckzahnführung in den Vordergrund. Heute wird der Name hauptsächlich benutzt, weil er exotisch klingt, hat aber oft mit dem ursprünglichen Konzept nichts mehr zu tun.
FreeBites sind speziell für diese bei der CMD typische Problematik konzipiert, können aber natürlich in anderen Fällen, die es ja auch gibt, nicht gleichermaßen helfen.
Tatsächlich habe ich viel dazu in meinen Büchern aufgeschrieben, denn zwar arbeite ich zwar noch in meiner Praxis, könnte aber schon seit Jahren Rentner sein.
Ich möchte Betroffenen dabei helfen, in diesem Gewirr eine einigermaßen klare Linie für sich zu finden, egal, ob ich noch praktiziere, oder irgendwann nicht mehr!