Therapeutische Einlegesohlen im Vergleich: Tipps zur Auswahl

Tipps zur Auswahl von Einlagen für die Fußgesundheit

Es gibt eine Vielzahl von Konzepten für die Korrektur von Fußdeformitäten und Fehlfunktionen ebenso wie deren Auswirkungen auf die Gesamtstatik. Grob lassen sich folgende Einlagen unterscheiden:

1) Stützende orthopädische Einlagen (passiv)

Herkömmliche orthopädische Einlagen werden mittels Schaum- oder Computerabdruck hergestellt. Auf diese Weise wird ein Fußabdruck im belasteten Zustand gemacht, der die Fehlstellung des Fußes abbildet. Damit erhält man einen Abdruck der Fehlstellung, aber keine Form, diese richtig zu stellen.

Merkmale

  • häufig mit sehr hohen Reliefs von mehr als 5 mm
  • angefertigt nach statischem Fußabdruck
  • Einlagenpaar wird identisch angefertigt
  • Muskulatur schläft / kein Impuls
  • was gestützt wird, degeneriert
  • kurzfristig bewirken die angepassten, stützenden Einlagen vielleicht eine Entlastung,
  • längerfristig werden funktionelle (muskuläre) Fehlstellungen des Körpers nicht beachtet

Indikation für stützende orthopädische Einlagen: Unheilbare Deformationen/verkrüppelte Füße, die nicht geheilt werden können/große Beinlängen-Differenzen

2) Weichpolster-, Fußbett-, Gel-, Wasser-, Stütz- und Komfort-Einlagen

Fast jedes Versprechen, das die Schuh-Werbung (insbesondere für Gesundheits-Schuhe und Komfort-Schuhe für ältere) macht, hat einen negativen Effekt auf den Körper.

Merkmale

  • Wenn der Schuh nicht dauerhaft getragen wird, bringt er Linderung bei Schmerzen am Bewegungsapparat.
  • Alles, was polstert, dämpft und den Komfort erhöht, führt zur Degeneration der Füße.
  • Die Wahrnehmung ist ebenso beeinträchtigt, wie gepolsterte Handschuhe das Hand- und Fingerspitzengefühl beeinträchtigen können.
  • Diese Einlagen schwächen die Füße und verschlechtern das Haltungssystem.
  • Standard-Einlagen, die man oft in großen Sportläden erhält, bieten wenig Individualität und sind oftmals schädlicher als man denkt. 

Indikation für Weichpolstereinlagen: Anwendung bei allen entzündlichen Prozessen des Fußes.

Meine Erfahrung mit Komfort-Schuhen

  • Wegen meiner Sehnenentzündung im Fuß (die Anfänge meiner CMD) haben mir die Komfort-Schuhe geholfen, schmerzfrei zu gehen. 
  • Als ich damals die Schuhe nicht mehr getragen habe, hat mir mein Fuß wieder weh getan. Das Gehen ist härter geworden.
  • Das degenerierte Fußgewölbe muss seine eigene Spannkraft erst wieder zurückgewinnen (wie der degenerierte Arm, nachdem Gips und Schlinge entfernt wurden).
  • Ideale Schuhe sind ganz flach mit einer flachen, biegsamen Sohle, ohne Fußbett und ohne irgendwelchen High-Tech oder Komfort-Lösungen.
  • Heute nutze ich für lange Gehwege/Sport noch ähnliche Schuhe. Für die restliche Zeit trage ich flache Schuhe ohne Einlagen.

3) Akupressur-, Magnet-, Kupfer-, Reflektierende-, wärmende- oder desinfizierende Sohlen (Zimt, Aktivkohle, …)

Manche sind nützlich, andere können schädlich sein. Z.B. stimulieren Akupressur-Sohlen oft den Darm-Bereich: Die Mehrheit aller Personen ist eher verstopft und verdauungsträge. Wenn man an einem Reizdarm leidet, sind diese Sohlen aber schädlich.

4) Sensomotorische/ „propriozeptive“ Einlagen (aktiv)

Sensomotorische Einlagen, auch propriozeptive (Rezeptoren, welche Informationen innerhalb des eigenen Körpers wahrnehmen) Einlagen genannt, funktionieren durch die gezielte Einflussnahme sensorischer Impulse auf den gesamten Körper.

Merkmale

  • minimale Erhöhungen von 1 – 1.5 mm
  • Dort, wo das Minimal-Profil angebracht wird, wird die Sinneswahrnehmung gereizt, und der Fuß reagiert aktiv mit seinen Muskeln.
  • Der Fuß bemüht sich, aktiv auszuweichen, um die gewohnten Belastungsverhältnisse wiederherzustellen.

Indikation Sensomotorische Einlagen: Fußfehlstellungen: Wenn trotz optimaler Körperhaltung die Füße in einer Fehlhaltung verharren.

5) Elektrogalvanische Sohlen nach Bricot/Staticure PSP Einlage-Sohlen/mas-Einlagen

Die Bioenergetischen Sohlen bestehen aus Leder und Kork und deren Ziel ist es, die Informationen von den Rezeptoren am Fuß entsprechend zu modifizieren, damit der Fuß wieder seine gesunde Form zurückbekommt.

Frau Dr. Susanne Müller, Zahnärztin sagt: „Die mas-Sohlen und die Staticure-Sohlen werden beide für die posturologische Haltungskorrektur verwendet. Sie stammen beide aus Frankreich, allerdings von zwei Anbietern.“

„In meiner Praxis verwende ich die mas-Sohlen lieber, da das Element, der „Chip“ aus Metall besteht und sich nicht verbraucht. Das heißt, die Sohlen sind langlebig und müssen erst nach vielen Jahren ausgetauscht werden.“ 

Die elektrogalvanische Sohlen sind vorkonfektioniert und sind relativ
rigide/steif. Sie entsprechen damit nicht dem individuellen Therapiekonzept der Applied Kinesiology.

Merkmale

  • mit und ohne Minimal-Profil erhältlich
  • Sohlen sind vorkonfektioniert
  • Sohle enthält ein elektrogalvanisches Element (bzw. Chip bei mas), welches ständig geladen und entladen wird.
  • Durch den Reiz unter den Fußsohlen wird das Gehirn gezwungen, sich ein neues, stabiles Gleichgewicht zu suchen.
  • Die zentrale Erhöhung (verstärkter Druck) unter der Fußmitte veranlasst das ZNS, die Muskelketten reflektorisch zu aktivieren, um die Fußmitte zu entlasten. 
  • Absteigende Ketten, z.B. Augenfehlstellungen, Craniomandibuläre Dysfunktionen und der stomatognathe Apparat (Gesamtheit der Zahn-, Mund- und Kieferstrukturen mit ihrem funktionellen und neuromuskulären Wechselwirkungen) werden mit untersucht und mit Partnern therapiert.
  • Es erfolgt eine dauerhafte Korrektur des Haltungssystems im Stehen, Sitzen und Liegen.
  • Mit Doppelblindstudien wissenschaftlich getestet

https://www.posturmedizin.de


6) Podo-Orthesiologie/ Neurophysiologische Sohlen

Die Podo-Posturaltherapie mit der Podosohle als „Werkzeug“ ist eine Therapie, die ausschließlich aufsteigende Ketten behandelt. 

Wolfgang P. Schallmey, Geschäftsführer, sagt: „Wir sind uns auch bewusst, dass ein großer Teil der Beschwerden durch die Wirkung der absteigenden Ketten – und dadurch von oben – ausgelöst werden.“ 

„In weiterführenden Kursen und speziellen Modulen lernen unsere angehenden Podopostural-Therapeuten auch, die absteigenden Ketten zu erkennen und dementsprechend die Patienten an andere adäquate Therapeuten weiterzuleiten.

„Es ist generell ein Grundprinzip unsererseits interdisziplinär zu arbeiten.“

Aber aus allen absteigenden Ketten werden nach einiger Zeit aufsteigende Ketten. Und das innerhalb von ca. 6 Wochen.

Dies bedeutet, dass selbst wenn der Faktor efferent (absteigend) nicht mehr existiert, es zu einer Chronik durch eine afferente (aufsteigende) Ursache kommt, welche sich manifestiert hat.

Leider ist die interdisziplinäre Kommunikation kein Standard.

Merkmale

  •  1-2 mm Höhe
  • angefertigt nach dynamischen Fußabdruck
  • Beim Auftreten Impuls zur Aufrichtung / Muskeltraining
  • Linke und rechte Sohle werden unterschiedlich angefertigt
  • Kombiniert mit manuellen Therapieformen wie Osteopathie und/oder Chirotherapie sowie der Neuraltherapie
  • In der Ausbildung werden dazu unter anderem auch Kenntnisse der CMD, Augen, organische Strukturen und Narben, die Einfluss nehmen können auf die Haltung, vermittelt.

https://podosohle.de

7) Sensomotorische Einlagen – MedReflexx 

Die Sohlen bestehen aus Kautschuk-Rohlingen mit vorgefertigten Kammern, in die dann nach Anweisung des Anwenders ein Kautschuk-Granulat gefüllt wird, sodass sich ein individuelles Sohlenrelief bilden lässt.

Merkmale

  • Einlagen sind aufwändiger verarbeitet als gewöhnliche propriozeptive Einlagen
  • Werden individuell für jeden Patienten angepasst
  • Steuern ganz gezielt die Muskulatur an und können im Therapieverlauf verändert werden.
  • Fersensporn-Einlage: Herkömmliche Entlastung über eine spezielle Weichbettung am Schmerzort und gleichzeitige fuß-aktivierende Wirkung der sensomotorischen Einlage.  
  • Werden von Spezialisten für Haltungs- und Bewegungsdiagnostik verschrieben.
  • Diese Haltungsexperten untersuchen zusätzlich den Gleichgewichtssinn/ vestibuläres System im Ohr, die Augen und den Kauapparat.

Wichtiges über die Herkunft von Störungen

1) Kinesiologischer Muskeltest: Wo kommt die Störung her?

Die Grundidee des manuellen Muskeltests ist es, dass Muskeln auf Störfelder mit einer kurzfristigen Schwächung ihrer Kräfte reagieren und damit als Biofeedback-System genutzt werden können.

2) Neurologische Störungen

Störfelder können auch aus anderen Gründen entstehen:

  • Gleichgewichtsstörungen, ausgelöst oder verstärkt beim Gehen oder Stehen
  • Vegetativ motorische Störungen (Durchblutungsstörungen, Ödeme)
  • Polyneuropathie
  • Parkinson-Syndrom
  • Muskulärer Hypotonus bei Kindern und Erwachsenen
  • Zehenspitzengänger

3) Schwierigkeiten im Kiefersystem

Liegen im Kiefersystem strukturelle Abweichungen wie eine Malokklusion, (Angle-Klasse II, Tiefbiss, Deckbiss, Angle-Klasse III, Kreuzbiss etc.) und Kiefergelenks-Kompressionen vor, wird es schwierig zu therapieren.

4) Wirbelsäulenverkrümmung

Skoliosepatienten benötigen eventuell als Standard den korrektiven Input „von oben und von unten“

https://www.drgarten.de/fileadmin/drgarten_2010/download/artikel/Garten_Praxis_der_Anwendung_propriozeptiver_Einlegesohlen_MJAK_1_2012.pdf